Yellow September: Aktionsmonat macht Einsamkeit und psychische Gesundheit junger Menschen zum Thema

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

Dieses Thema Freunden empfehlen

Der Aktionsmonat „Yellow September“ widmet sich heuer dem Thema Einsamkeit und psychosoziale Gesundheit bei jungen Menschen. Unter dem Motto „Gemeinsam geht mehr“ verbindet die Initiative den Welttag der Suizidprävention am 10. September mit dem Welttag der psychischen Gesundheit am 10. Oktober. Gelb gilt dabei als Farbe der Suizidprävention. Mehrere Institutionen, darunter die Boje Tulln, ein Ambulatorium für Kinder und Jugendliche in Krisensituationen, beteiligen sich mit Beratungs- und Unterstützungsangeboten.

Einsamkeit als Thema des Aktionsmonats

Gabriele Gruber, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut Gesundheit Österreich, ordnet das Gefühl der Einsamkeit im Gespräch mit noe.ORF.at ein. Demnach handelt es sich um ein Gefühl, das mit Schmerz einhergehen kann, wenn die Qualität der eigenen Beziehungen nicht dem entspricht, was man sich vorstellt.

Johanna Hofkirchner, ärztliche Leiterin bei Boje Tulln, beschreibt ein häufiges Verhaltensmuster bei betroffenen Jugendlichen: Sie ziehen sich oft zurück und wissen nicht, wohin mit ihren Gefühlen. Katharina Mares-Schrank, psychotherapeutische Leiterin, nennt konkrete Anzeichen, an denen Fachleute erkennen können, dass bei Jugendlichen Unterstützungsbedarf besteht. Dazu zählt eine Sprachlosigkeit, bei der ein Kontakt zu den Jugendlichen kaum noch möglich ist. Weitere Hinweise sind laut Mares-Schrank, wenn Teenager ihr Zimmer nicht mehr verlassen, keine Freizeitinteressen mehr zeigen und sich nicht mehr mit Freunden treffen. Auch ein vollständiger Rückzug ins Internet und in soziale Medien kann demnach ein Anzeichen für Einsamkeit sein.

Wer selbst betroffen ist oder sich um jemanden sorgt, kann sich an bestehende Hilfsangebote wenden. Die österreichweite Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenlos unter der Nummer 142 erreichbar. Speziell für Jugendliche und junge Erwachsene steht zudem Rat auf Draht unter der Nummer 147 zur Verfügung.

Psychische Belastungen im Jugendalter

Das Jugendalter gilt allgemein als eine Lebensphase mit besonderen Herausforderungen für die psychische Gesundheit. Körperliche Veränderungen, ein sich entwickelndes Selbstbild und der zunehmende Einfluss sozialer Beziehungen außerhalb der Familie treffen in dieser Zeit häufig aufeinander. Soziale Medien spielen dabei eine besondere Rolle, da sie einerseits Kontakt und Austausch ermöglichen, andererseits aber auch Vergleichsdruck und das Gefühl verstärken können, nicht dazuzugehören.

Grundsätzlich gilt Rückzug als ein Warnsignal, das in der Fachwelt ernst genommen wird, wenn er über einen längeren Zeitraum anhält und mehrere Lebensbereiche betrifft. Dazu zählen etwa der Verlust von Interesse an bisherigen Hobbys, das Meiden sozialer Kontakte oder eine veränderte Kommunikation innerhalb der Familie. Fachleute weisen häufig darauf hin, dass frühzeitige Gespräche und ein niedrigschwelliger Zugang zu Beratungsangeboten helfen können, Belastungen zu erkennen, bevor sie sich verfestigen.

Beratungsstellen wie Ambulatorien für Kinder und Jugendliche in Krisensituationen bieten in solchen Fällen professionelle Unterstützung an, die sich an junge Menschen selbst sowie an ihre Bezugspersonen richtet. Telefonische Hilfsangebote wie die Telefonseelsorge oder Rat auf Draht ergänzen dieses Angebot, indem sie anonym und kostenfrei erreichbar sind. Solche Anlaufstellen sind darauf ausgelegt, auch außerhalb regulärer Öffnungszeiten Ansprechpartner zu bieten, da psychische Krisen nicht an feste Zeitfenster gebunden sind.

Aktionsmonate wie „Yellow September“ sollen dazu beitragen, Themen wie Einsamkeit und psychische Gesundheit stärker öffentlich sichtbar zu machen und bestehende Hilfsangebote bekannter zu machen. Durch die Verbindung des Welttags der Suizidprävention mit dem Welttag der psychischen Gesundheit soll ein breiterer Blick auf psychosoziale Belastungen ermöglicht werden, der über einzelne Symptome hinausgeht und das gesamte Lebensumfeld junger Menschen berücksichtigt.