Mehr Beratungsgespräche in Psychosozialen Zentren Tirol
Die Psychosozialen Zentren Tirol (PSZ) verzeichneten im vergangenen Jahr 10.128 Beratungsgespräche. Das entspricht einem Anstieg von 17,5 Prozent im Vergleich zum Jahr davor.
Die PSZ bestehen seit 2022. 2025 waren dort 38 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. Im Vorjahr wurden 3.279 Erstkontakte, 6.080 Folgekontakte und 669 fachärztliche Beratungen registriert.
Finanzierung und Ausblick
Geschäftsführer Michael Wolf erklärte am Mittwoch, die Zahl der Beratungsgespräche werde sich in den kommenden Jahren einpendeln. Aus heutiger Sicht rechnet er mit keinem allzu großen weiteren Anstieg. Er betonte, für die PSZ sei eine stabile Finanzierung notwendig.
Das Land Tirol fördert die PSZ derzeit mit jährlich 2,4 Millionen Euro. Vom Bund kamen 2025 zusätzlich 137.000 Euro an Krisenfinanzierung, die Sozialversicherungsträger steuerten 480.000 Euro bei. Wolf erklärte, dass es für 2026 vom Bund keine Finanzierung mehr geben werde. Mit den Sozialversicherungsträgern wird für 2026 über deren Rolle als Finanzierungspartner verhandelt; darüber soll laut Wolf im ersten Halbjahr entschieden werden.
Wolf bezeichnete ein Budget in nahezu gleicher Höhe wie bisher als höchst wahrscheinlich. Mit den derzeitigen Gesamtmitteln könne man weiterhin gut arbeiten, man sei aber am Plafond angekommen.
Einschätzungen des Landes
Soziallandesrätin Eva Pawlata (SPÖ) erklärte, die hohe Zahl der Beratungsgespräche bedeute vorrangig, dass sich Menschen in Krisen befinden. Die Krisen stünden nach ihren Angaben vor allem im Zusammenhang mit Teuerung, Armut und Krisen in der Welt. Zugleich bedeute die hohe Zahl der Gespräche auch, dass immer mehr Menschen das Angebot der PSZ annehmen.
Pawlata sagte, die Finanzierung der Arbeit für die PSZ sei gesichert. Das Land stehe stabil an der Seite der Psychosozialen Dienste. Über eine Erhöhung des Budgets müsse man aktuell nicht diskutieren. Bei einer massiven Steigerung der Beratungen stellte sie in Aussicht, über eine Budgeterhöhung zu reden.
Wartezeiten und Arbeitsbelastung
Laut Michael Wolf beträgt die aktuelle Wartezeit für ein Beratungsgespräch rund 20 Tage. Die angedachte Wartezeitspanne liegt zwischen zwei und 20 Tagen, das erklärte Ziel ist, innerhalb einer Woche ein Gespräch anzubieten. Im Vergleich zur Wartezeit für einen kassenfinanzierten Psychiater sei die Wartezeit bei den PSZ nach seinen Worten sehr kurz.
Wolf bewertete die von den 38 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern 2025 geleistete Arbeit mit den Worten, man müsse zum Teil „zaubern“. Die Angebote der PSZ seien niederschwellig, Personen suchten sich nach seinen Angaben rascher Hilfe und Unterstützung. Die Gesellschaft sei bewusster und aufmerksamer gegenüber psychischen Krisen und Belastungen geworden.
Schwerere Fälle, mehr junge Klientinnen und Klienten
Alexandra Steiner-Mangweth, Leiterin des Psychosozialen Zentrums in Innsbruck, erklärte, die vielfältigen Anfragen seien derzeit noch bewältigbar. Zugleich berichtete sie, dass die Inhalte der Beratungsgespräche immer schwerer werden und es in den Gesprächen zunehmend um schwere Krisen oder Suizidalität geht.
Wolf sagte, immer mehr junge Menschen suchen bei den PSZ Hilfe. 32 Prozent der Personen sind seinen Angaben zufolge unter 30 Jahre alt. Die Belastungen während der Corona-Zeit würden sich nun manifestieren, so Wolf. Niemand solle bei Krisen und Herausforderungen alleine gelassen werden.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.








