Vorarlberg: Mehr schulische Tagesbetreuung, weniger Ganztagesklassen
In Vorarlberg werden Jahr für Jahr mehr Kinder auch am Nachmittag in der Schule betreut. Inzwischen nimmt etwa die Hälfte aller Pflichtschülerinnen und Pflichtschüler eine schulische Tagesbetreuung in Anspruch.
Die aktuellen Zahlen stammen aus einer parlamentarischen Anfragebeantwortung durch Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS). Demnach werden an den Pflichtschulen des Landes derzeit rund 33.500 Schülerinnen und Schüler unterrichtet, knapp 15.000 davon nehmen an einer Tagesbetreuung teil.
Vorarlberg im Bundesländervergleich weit vorne
Über alle betrachteten Gruppen hinweg liegt die Tagesbetreuungsquote in Vorarlberg bei rund 50 Prozent. Sie ist damit um 13 Prozentpunkte höher als vor fünf Jahren. Im Bundesländervergleich erreicht Vorarlberg Platz zwei; nur in Wien ist die Quote mit 56,6 Prozent höher.
Der bundesweite Durchschnitt der Tagesbetreuungsquote beträgt rund 33 Prozent. In Tirol liegt sie an den Pflichtschulen bei 18,8 Prozent. Besonders hoch ist die Betreuungsquote in der AHS-Unterstufe in Vorarlberg: Dort erhalten 90 Prozent der rund 4.200 Schülerinnen und Schüler eine Tagesbetreuung.
Mehr Standorte mit Ganztagesbetreuung
Die Zahl der Schulstandorte mit Ganztagesbetreuung in Vorarlberg steigt stetig. Im laufenden Schuljahr bieten fast 71 Prozent aller Volksschulen, Mittelschulen und AHS-Unterstufen eine Ganztagesbetreuung an. Vor fünf Jahren lag dieser Anteil bei rund 61 Prozent, was einem Zuwachs von etwa zehn Prozentpunkten entspricht.
Für die kommenden Jahre wird in Vorarlberg nicht mit einem ähnlich großen Anstieg der Betreuungsquote wie in den vergangenen fünf Jahren gerechnet. Es wird geschätzt, dass die Quote im kommenden Schuljahr um 0,2 Prozent steigen wird; mit einem ähnlichen Zuwachs von etwa 0,2 Prozent wird auch in den beiden darauffolgenden Jahren gerechnet.
Rückgang bei verschränkten Ganztagesklassen
Während die Zahl der Standorte mit Ganztagesbetreuung zunimmt, ist die Zahl der verschränkten Ganztagesklassen zuletzt gesunken. Derzeit gibt es in Vorarlberg 13 Schulstandorte mit insgesamt 47 verschränkten Ganztagesklassen. Vor zwei Jahren waren es noch 77 solcher Klassen.
Elisabeth Mettauer von der Bildungsdirektion erklärt, für die Zahl der Ganztagesklassen sei immer die Nachfrage der Eltern entscheidend. Jedes Frühjahr wird erhoben, welche Eltern ihre Kinder für die nächsten vier Jahre für eine Ganztagesklasse anmelden wollen. Nach ihren Angaben schwankt die Zahl der Anmeldungen von Jahr zu Jahr.
Trend zur flexiblen Tagesbetreuung
Derzeit geht der Trend in Vorarlberg nach Aussagen von Elisabeth Mettauer in Richtung flexible Tagesbetreuung. Im aktuellen Kontext bedeutet das, dass Kinder nicht jeden Tag, sondern nur an bestimmten Nachmittagen betreut werden sollen.
Flexible Tagesbetreuung gilt etwa dann als attraktiv, wenn ein Kind in einem Verein aktiv ist oder wenn sich Eltern oder Großeltern an manchen Tagen selbst um das Kind kümmern können.








