Neuer Wilheringer Pilgerweg verbindet Donau und Moldau
Zwischen der Donau in Oberösterreich und der Moldau in Südböhmen entsteht mit dem Wilheringer Pilgerweg ein neuer spiritueller Rundweg. Die Strecke führt vom Stift Wilhering zum Zisterzienserkloster Vyšší Brod (Hohenfurth) in Tschechien und wieder zurück.
Der Weg ist 132 Kilometer lang, als Rundweg in sechs Tagesetappen angelegt und verbindet Kirchen sowie weitere spirituelle Stationen in der Region Mühlviertel und Südböhmen.
Zisterziensische Spiritualität und geistliche Impulse
Der Pilgerweg folgt der zisterziensischen Spiritualität und lädt zur inneren Einkehr ein. Entlang der Route liegen 14 Kirchen, an denen spirituelle Impulse angeboten werden. Insgesamt sind 15 thematische Stationen von „Gesegnet“ bis „Gewandelt“ vorgesehen.
Als geistliche Bezugspersonen werden Benedikt von Nursia, der als Gründer des benediktinischen Mönchtums beschrieben wird, und Bernhard von Clairvaux, ein wichtiger Vertreter am Beginn der zisterziensischen Reformbewegung, genannt. Abt Reinhold Dessl vom Stift Wilhering sagt dazu: „Pilgern ist ein Weg nach innen.“ Die Pilgerbegleiterin Christine Dittlbacher wird mit den Worten zitiert: „Der Weg zu dir selbst hört nie auf.“
Historische Verbindung zwischen Wilhering und Vyšší Brod
Ausgangspunkt und Ziel des Wilheringer Weges ist das Stift Wilhering. Die Route verknüpft das Zisterzienserkloster Wilhering mit dem Zisterzienserkloster Vyšší Brod in Südböhmen. Die Verbindung zwischen beiden Klöstern reicht nach Angaben aus dem Jahr 1259 zurück.
Abt Reinhold Dessl verweist darauf, dass Wilheringer Mönche 1259 in Hohenfurth ein Kloster gegründet hätten. Nun gehe man wieder die mittelalterlichen Wege und verbinde die Pfarrkirchen miteinander. Das Kloster Vyšší Brod wird als nationales Kulturdenkmal mit wechselvoller Geschichte und als junger Konvent mit zehn Zisterzienserbrüdern beschrieben.
Touristische Entwicklung im Mühlviertel und in Südböhmen
Pilgern wird als im Trend liegend dargestellt, und im Mühlviertel bestehen bereits mehrere Pilgerwege. Der neue Wilheringer Weg zieht nach Angaben aus dem Tourismusbereich bereits Pilgerinnen und Pilger an. Gastwirte und Hoteliers berichten von ersten Anfragen.
Markus Obermüller, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Mühlviertel, erklärt, der Pilgerweg entspreche genau der Strategie der Region mit sanftem Tourismus. Die Nachfrage nach dem Weg sei bereits groß, zudem sei man bestrebt, das Nächtigungsangebot entlang der Strecke auszubauen und rechne mit vielen zusätzlichen Nächtigungen.
Neue Angebote für Pilgerinnen und Pilger
Entlang der Route werden mehrere Beherbergungs- und Gastronomieangebote angepasst oder neu geschaffen. In der Gemeinde Eidenberg im Bezirk Urfahr-Umgebung wird ein Gasthof umgebaut, in dem neue Zimmer für Pilgerinnen und Pilger entstehen sollen. Gastgeberin Jutta Schöberl zeigt sich überzeugt, dass das Angebot angenommen wird.
In Vorderweißenbach im Bezirk Urfahr-Umgebung entsteht ein Café direkt neben der Kirche. Im Kloster Vyšší Brod in Südböhmen wird derzeit umfangreich umgebaut; dort ist eine neue Herberge für mehr als 100 Pilgerinnen und Pilger vorgesehen, die sich bereits in der Fertigstellung befindet.
Eröffnung und Informationen zum Weg
Der neue Wilheringer Pilgerweg soll am Sonntag, 19. April 2026, im Stift Wilhering im Bezirk Linz-Land eröffnet werden. Bischof Manfred Scheuer feiert am Eröffnungstag um 10.00 Uhr in der Stiftskirche Wilhering eine Festmesse. Daran schließt sich ein Festakt an, das Eröffnungsfest soll mit einer Agape im Stiftsbereich ausklingen.
Im Stiftsmuseum Wilhering können sich Interessierte einen Überblick über die einzelnen Etappen des Wilheringer Weges verschaffen. Im Stift Wilhering treffen zudem der Jakobsweg, der Jerusalemweg, der Benediktweg und der Wilheringer Weg zusammen.








