Autobahnlärm in Wolfsgraben: Bürger fordern stärkeren Lärmschutz und Tempolimit
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Bewohner in Wolfsgraben fordern besseren Lärmschutz an der Westautobahn

In Wolfsgraben im Bezirk St. Pölten verlangen Bewohnerinnen und Bewohner einer Siedlung höheren Lärmschutz an der Westautobahn A1. Neben einer Verstärkung der bestehenden Anlagen wird auch ein Tempolimit von 100 km/h auf dem betroffenen Abschnitt gefordert.

Rund 100 Bewohner der Heimbautal-Siedlung haben eine Petition für eine höhere Lärmschutzwand unterschrieben. In der Siedlung samt Nebenwohnsitzen seien nach Angaben von Bürgermeister Christian Lautner (ÖVP) rund 800 Menschen betroffen.

Bestehende Lärmschutzanlagen und veränderte Situation

In der Heimbautal-Siedlung gibt es an der Westautobahn einen Erdwall und eine Lärmschutzwand. Die ASFINAG erklärt, der Bereich sei durch bestehende Lärmschutzanlagen geschützt. Die Wände hätten eine Höhe von fünfeinhalb Metern und erreichten stellenweise aufgrund der Lage auf der Böschung eine Schirmhöhe von bis zu 13,5 Metern.

Bewohner der Siedlung berichten, dass Schlafen bei offenem Fenster nicht mehr möglich sei. Thomas Epple, der seit sieben Jahren in der Siedlung oberhalb der Westautobahn wohnt, erklärt, es habe früher einen Schirm aus alten Bäumen gegeben, der den Lärm abgehalten habe. Nach seinen Angaben wurden die Bäume vor dreieinhalb Jahren abgeholzt, um zu verhindern, dass sie zu nahe an Starkstromleitungen heranwachsen. Seither sei die Lärmsituation aus seiner Sicht kaum erträglich.

Unterschiedliche Wahrnehmungen und offene Fragen

Laut Bürgermeister Lautner gibt es in der Siedlung sowohl Menschen, die den Autobahnlärm als gegeben hinnehmen, als auch eine Gruppe, die sich für mehr Ruhe einsetzt. Er hat eine Informationsveranstaltung mit der ASFINAG organisiert.

Bewohner fordern einen verbesserten Lärmschutz und zusätzlich ein Tempolimit von 100 km/h. Anrainerin Anna Shepelyeva kritisiert, dass unklar sei, wie die angekündigte Lärmberechnung erfolgt und welche Daten und Werte verwendet werden. Die Grundlagen der Berechnung seien für die Bewohner ihrer Darstellung nach nicht transparent.

Geplante Schritte und Verkehrsdaten

In sechs Monaten soll eine Lärmberechnung vorliegen. Auf dieser Grundlage soll entschieden werden, ob eine Lärmmessung in Betracht gezogen wird. Ob es tatsächlich zu einer Lärmmessung der ASFINAG im Bereich Wolfsgraben kommen wird, ist derzeit offen.

Die ASFINAG verweist auf die Möglichkeit, einen Antrag auf passive Lärmschutzanlagen wie schalloptimierte Fenster zu stellen. Nach ihren Angaben hat die Verkehrsbelastung im betroffenen Abschnitt der A1 generell nicht zugenommen; im Jahr 2019 sei sie höher gewesen als aktuell. Im Vorjahr waren dort demnach täglich rund 25.000 Fahrzeuge unterwegs. Aus Sicht von Bewohnern habe sich die Lärmbelastung dennoch erhöht.

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