Krise der Autoindustrie belastet Zulieferer und Arbeitsmarkt in Vorarlberg
Die anhaltende Krise der Autoindustrie wirkt sich zunehmend auf Zulieferbetriebe und den Arbeitsmarkt in Vorarlberg aus. Insbesondere der tiefgreifende Wandel hin zur Elektromobilität stellt Unternehmen vor Herausforderungen.
Die Autozulieferindustrie im Land gilt dabei als deutlich betroffen, während zugleich die allgemeine Warenproduktion in Vorarlberg stark von der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland abhängig ist.
Strukturwandel in der europäischen Autoindustrie
Die Autoindustrie in Deutschland hat derzeit massive wirtschaftliche Probleme. Insgesamt befindet sich die europäische Automobilindustrie in einem tiefen Wandel und in einer Krise. Als ein Grund wird der Umstieg auf Elektroautos genannt.
Der Umstieg auf Elektroautos verläuft in Europa nicht so schnell wie in China. Europa wird beim Technologiewissen im Bereich Elektroautos gegenüber China als im Nachteil beschrieben. Asiatische, insbesondere chinesische Mitbewerber gelten in diesem Bereich als innovativer und schneller.
Aus Unternehmenssicht hat sich der Wettbewerb mit dem Aufkommen der Elektromobilität deutlich verschärft. Der Wettbewerb durch Elektroautos wird als viel härter beschrieben als zuvor. Elektroautos gelten als einfacher zu bauen, weniger komplex und mit weniger Teilen ausgestattet als Fahrzeuge mit Benzinmotor.
Auswirkungen auf Zulieferer in Vorarlberg
Die Lage in der Autoindustrie wirkt sich auf die Zulieferbetriebe aus und führt zu Stellenabbau. In Deutschland sollen bis 2035 rund 225.000 Arbeitsplätze in der Autoindustrie verloren gehen. Ein Stellenabbau bei deutschen Konzernen kann auch Auswirkungen auf andere Bereiche haben.
In Vorarlberg sind derzeit rund 1.800 Personen in der Autozulieferindustrie beschäftigt. Die Branche wird als deutlich von der Krise der Autoindustrie betroffen beschrieben. Nach Einschätzung von Martin Ohneberg, Vorstandsvorsitzender des Automobilzulieferers HENN in Dornbirn, ist in den nächsten Jahren mit einem stärkeren Stellenabbau in der Vorarlberger Autozulieferindustrie zu rechnen, als bisher angenommen wurde.
Ohneberg berichtet von nachteiligen Standortbedingungen und fehlenden Strukturreformen. Aus seiner Sicht besteht im Bereich Elektroautos ein höherer Wettbewerb. Er fordert große Reformen, um die negative Entwicklung zu stoppen.
Warenproduktion und Arbeitsmarkt im Land
Die Situation der Unternehmen in Vorarlberg ist unterschiedlich und hängt unter anderem davon ab, wie breit sie aufgestellt sind oder welche Märkte sie bedienen. Hohe Lohnkosten und Bürokratie werden als Faktoren genannt, die den Wirtschaftsstandort schwächen. Unternehmen sehen sich zudem Mitbewerbern aus Asien, insbesondere aus China, gegenüber.
Vor allem die Warenproduktion in Vorarlberg ist von der Entwicklung der Wirtschaft in Deutschland abhängig. In diesem Bereich sind rund 43.000 Beschäftigte tätig, die Branche gilt als stark exportabhängig. Die Zahl der Arbeitslosen in der Zulieferindustrie und in der Produktion ist zuletzt gestiegen.
Im Zusammenhang mit der Arbeitsmarktsituation wird Bernhard Bereuter als Geschäftsführer des AMS genannt. Martin Ohneberg war von 2017 bis 2023 Präsident der Industriellenvereinigung Vorarlberg.
Hinweis zur Faktenprüfung
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