Bad Hofgastein setzt Meilenstein: Großes Hochwasserschutz- und Renaturierungsprojekt an der Gasteiner Ache
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Großes Hochwasserschutz- und Renaturierungsprojekt an der Gasteiner Ache in Bad Hofgastein

In Bad Hofgastein im Pongau wird derzeit ein umfangreiches Projekt zum Hochwasserschutz an der Gasteiner Ache umgesetzt. Es zählt zu den größten Maßnahmen dieser Art, die jemals im Bezirk realisiert wurden.

Auf einer Strecke von sieben Kilometern wird der Fluss umgestaltet und renaturiert. Ziel ist es, den Schutz vor Hochwasser mit einer naturnäheren Flusslandschaft zu verbinden.

Umbau im Ortszentrum und neuer Seitenarm

Im Ortszentrum von Bad Hofgastein entsteht im Zuge der Arbeiten eine neue Brücke. Die bestehende Pyrkerbrücke gilt im Zusammenhang mit Hochwasser als besondere Gefahrenzone.

Nach bisherigen Beobachtungen konnten Wassermassen im regulierten Flussbett unter der Pyrkerbrücke nicht ausweichen. Eine nahegelegene Wohnsiedlung wurde dabei wiederholt überflutet.

Zur Entlastung wird bei der Pyrkerbrücke ein zweiter Flussarm der Gasteiner Ache gegraben. Zusätzlich zur bestehenden Achenbrücke wird laut Bauleiter Michael Fanninger eine zweite Brücke errichtet. Der neue Seitenarm ist etwa 500 Meter lang, entlang des Bereichs sind neue Bäume und weitere Bepflanzungen vorgesehen.

Schwerpunkt bei der Schlossalmbahn

Ein weiterer Schwerpunkt der Bauarbeiten liegt am nördlichen Ortsrand in der Nähe der Talstation der Schlossalmbahn. Dort werden Schutzmauern errichtet.

Neben den Schutzmauern wird ein neues Pumpwerk in das Flussbett eingesetzt. Nach Angaben von Martin Zopp von der Abteilung für Wasserbau beim Land Salzburg soll es den Seitenarm von der Gasteiner Ache abriegeln und nachkommendes Wasser abpumpen.

Abgeschlossene Abschnitte und Einschätzungen von Fachleuten

In den Ortsteilen Bürgerberg und Gallwies sind die Arbeiten an der Gasteiner Ache bereits abgeschlossen. In diesen Bereichen ist das Flussbett nun doppelt so breit wie zuvor. Die breitere Gestaltung dient auch dem Schutz der Anrainer.

Fachleute bewerten die Renaturierung der Gasteiner Ache als deutlich günstiger für die Umwelt. Zudem sehen sie einen Schutz für Gemeinden im Unterland.

Aussagen des Bürgermeisters und Finanzierung

Der Bürgermeister von Bad Hofgastein, Markus Viehhauser (ÖVP), verweist auf die Auswirkungen flussabwärts. Er erklärt, der Fluss sei früher in ein enges Korsett gezwängt gewesen, wodurch sich die Fließgeschwindigkeit erhöht habe. Nun werde viel mehr Wasser zurückgehalten und fließe langsamer talwärts.

Die Kosten des Projekts belaufen sich für Gemeinde, Land Salzburg und Bund gemeinsam auf mehr als 20 Millionen Euro.