Barbara Novak bei SPÖ-Landesparteitag mit 70,87 Prozent ins Präsidium gewählt
Wiens Vizebürgermeisterin und Finanzstadträtin Barbara Novak ist beim Landesparteitag der SPÖ Wien in das Parteipräsidium gewählt worden und erhielt dabei 70,87 Prozent der Delegiertenstimmen. Seit dem Landesparteitag fungiert sie auch als stellvertretende Parteichefin der SPÖ Wien.
Beim selben Parteitag wurden weitere führende Persönlichkeiten der Wiener SPÖ mit deutlich höheren Zustimmungswerten bestätigt oder neu gewählt.
Michael Ludwig kam bei der Abstimmung auf 92,3 Prozent der Stimmen. Christian Meidlinger erhielt 93,9 Prozent, Marina Hanke 95,29 Prozent. Doris Bures und Josef „Joe“ Taucher erzielten jeweils 83,68 Prozent. Jürgen Czernohorszky, der gemeinsam mit Barbara Novak erstmals in einer neuen Funktion antrat und mit ihr die aus der Politik ausgeschiedene frühere Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál ersetzt, erreichte 93,7 Prozent Zustimmung.
Barbara Novak war vor ihrem Einstieg in die Stadtregierung sieben Jahre lang Landesparteisekretärin der SPÖ Wien und verantwortete in dieser Funktion die Organisation der Parteistrukturen in der Landesorganisation. Innerhalb der Partei wird ihr zugeschrieben, bereits in dieser Zeit Sparmaßnahmen vorbereitet zu haben. In der Stadtregierung hat sie laut Darstellung ein Sparpaket geschnürt und tritt innerhalb der SPÖ als strenge Sparerin auf.
Im Zusammenhang mit diesem Kurs wird berichtet, Novak vermeide bei Sparvorhaben oft Kompromisse und habe Regierungskollegen nach deren Kritik nicht früh genug in die Ausarbeitung des Sparpakets einbezogen. Konkret wurden die Budgets der Wiener Bezirke für das Jahr 2026 eingefroren. Von 23 Wiener Bezirken werden 16 von der SPÖ geführt. Liesings Bezirksvorsteher Gerald Bischof, der als SPÖ-Fraktionssprecher der Bezirksvorsteher fungiert, soll sich in internen Verhandlungen zu den Bezirksbudgets stark eingebracht haben.
Bei einer SPÖ-Klausur im März wurde bekanntgegeben, dass die Bezirksbudgets für das Jahr 2027 wieder erhöht werden sollen. Laut den dort präsentierten Plänen ist eine Anhebung um 10 Prozent vorgesehen. In der SPÖ Wien wurde von Unmut über das Einfrieren der Bezirksbudgets für 2026 berichtet.
Barbara Novak gilt in der Partei den Darstellungen zufolge nicht als ausgeprägte Netzwerkerin. Ihr wird zugeschrieben, mit einem kleinen Kreis an Vertrauten zu arbeiten und anderen Parteimitgliedern eher zu misstrauen. Gleichzeitig wird sie als politisch enge Vertraute von Bürgermeister Michael Ludwig beschrieben. In der Wiener SPÖ ist die Erzählung verbreitet, Ludwig sei der einzige, mit dem die Partei in Österreich noch Wahlerfolge erzielen könne. Ein schwächeres Ergebnis für ihn beim Landesparteitag wird in diesem Zusammenhang als mögliches innerparteiliches Risiko für die Wiener SPÖ eingeordnet. Für Ludwig wird berichtet, dass er derzeit „überhaupt nicht daran denkt“, sich aus der Politik zurückzuziehen.
Innerhalb der Partei werden sowohl Jürgen Czernohorszky als auch Barbara Novak als mögliche Nachfolger von Michael Ludwig im Bürgermeisteramt genannt. Die neue Wohnbaustadträtin der Stadt Wien heißt Elke Hanel-Torsch. Novak ist mit dem Bezirk Döbling verbunden und wurde dort im März mit 93,2 Prozent der Stimmen als Bezirksparteichefin wiedergewählt. Sie begeht heuer ihr 25-jähriges Jubiläum in der Kommunalpolitik. In der Woche vor dem Landesparteitag veröffentlichte die SPÖ Döbling in sozialen Medien Glückwünsche an sie.
Hinweis zur Faktenprüfung
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