Graz verschiebt Schulumbauten und kündigt Einsparungen an
In Graz werden mehrere geplante Bauprojekte an Schulen verschoben. Die Stadt rechnet dadurch mit Einsparungen in Höhe von 133 Millionen Euro.
Betroffen sind Um- und Ausbauarbeiten an insgesamt vier Schulstandorten, deren Finanzierung vorerst nicht erfolgt. Mehrere Schulleitungen haben ihren Unmut über die Entscheidung geäußert.
Verschobene Projekte an vier Schulen
Die Stadt Graz verschiebt Bauprojekte an der Mittelschule Graz Dr. Renner, der Mittelschule Straßgang, der Volksschule Algersdorf, der Mittelschule Albert Schweitzer sowie der Volksschule Berta von Suttner. Für diese Vorhaben wird die Finanzierung vorerst nicht freigegeben.
Finanzstadtrat Manfred Eber (KPÖ) hat die Finanzierungsfreigabe für den Ausbau der Mittelschule Graz Dr. Renner gestoppt. An dieser Schule hätten im Herbst Bauarbeiten für einen großen Zubau starten sollen. Geplant war ein Neubau mit 16 Mittelschulklassen, zwei Partnerinnen-Klassen und zwei Berufsvorbereitungsklassen, Baustart hätte im September sein sollen.
Reaktionen von Schulleitungen
Vier Grazer Schulleitungen haben am Freitag Kritik an den Einsparungen an ihren Standorten geäußert. Direktor Markus Hiebaum von der Mittelschule Graz Dr. Renner berichtet, dass in der aktuellen Anmeldezeit rund 30 Kinder abgewiesen werden mussten. Nach seinen Angaben wohnen diese Kinder im direkten Umfeld der Schule.
Direktorin Barbara Gmeiner beschreibt die Lage an einer der betroffenen Schulen als verunsichernd. Ihren Angaben zufolge befindet sich diese Schule bereits mitten im Siedelprozess. Zudem sei für den Standort ein gesamtes pädagogisches Konzept erarbeitet worden, das bereits starten sollte.
Stadt spricht von Verschiebung, nicht von Absage
Finanzstadtrat Ebner spricht im Zusammenhang mit den Projekten von eher kurzen Bauverzögerungen. Er bezeichnet die Situation als Verschiebung und nicht als Absage der Vorhaben und betont, dass die betroffenen Projekte für ihn absolute Priorität hätten.
Bezüglich der Bertha von Suttner Schule geht Ebner davon aus, dass im Herbst ein Beschluss zustande kommt. Bei den übrigen Projekten kann sich der Finanzierungsbeschluss nach seinen Angaben um bis zu ein Jahr verschieben.
Begründung der Stadt für die Verzögerungen
Als Hintergrund für die Verschiebung der Finanzierungsbeschlüsse nennt Ebner eine drohende Energiekrise und die Lage am Finanzmarkt. Die Stadt müsse für die Projekte Geld aufnehmen, die Konditionen dafür seien derzeit nach seinen Angaben sehr schlecht.








