Geplante Budgetkürzungen: Studierende in Wien äußern Erwartungen und Sorgen
Die österreichische Bundesregierung plant für die kommenden Jahren Einsparungen bei den öffentlichen Hochschulen. An den Universitäten in Wien stoßen die angekündigten Budgetkürzungen auf unterschiedliche Reaktionen und Befürchtungen unter Studierenden.
Die Universitätsleitungen wurden am Montag von der Bundesregierung über bevorstehende Kürzungen informiert. Für die 22 öffentlichen Universitäten sollen laut an den Hochschulen kursierenden Zahlen künftig 15,5 Milliarden Euro zur Verfügung stehen, was einem Minus von einer Milliarde Euro gegenüber der aktuellen Leistungsvereinbarungsperiode mit 16,5 Milliarden Euro entsprechen würde. In dem Budget sind unter anderem die Gehälter der Fachärzte an Unikliniken inkludiert.
Umfang der Einsparungen noch offen
Die Bundesregierung betont, die genaue Größenordnung der Einsparmaßnahmen stehe noch nicht fest. Die nächste Finanzierungsperiode ist dreijährig und reicht bis 2023. Noch ist nicht bekannt, welche Bereiche in der kommenden Finanzierungsperiode konkret von Kürzungen betroffen sein werden.
Wissenschaftsministerin Eva Holzleitner (SPÖ) verweist auf laufende Budgetverhandlungen und spricht von vorhandenem „Spielraum“. Bisher ist unklar, ob Angestellte gekündigt, Forschungsprojekte gestrichen oder andere Veränderungen an den Universitäten vorgenommen werden.
Eindrücke an der Universität Wien
Bei einem Lokalaugenschein an der Hauptuniversität Wien kommen verschiedene Studierende zu Wort. Die Psychologiestudentin Vanessa sagt, sie wisse nicht, wo an der Universität noch gespart werden solle, und äußert Befürchtungen hinsichtlich möglicher Konsequenzen im Bereich Forschung.
Die Studentinnen Marie und Emmy berichten, sie hätten bisher nicht den Eindruck, dass generell ausreichend Mittel zur Verfügung stehen. Zugleich geben sie an, sich vorerst noch keine Sorgen darüber zu machen, wie sich die Kürzungen auf ihr Studium auswirken könnten.
Sorgen um Personal und Studienangebot
Fanny, Maike und Lea, die neben ihrem Studium an der Universität arbeiten, fragen sich, ob die Budgetänderungen personelle Konsequenzen wie Postenabbau und Stundenkürzungen nach sich ziehen könnten. Die drei Mitarbeiterinnen an einem geisteswissenschaftlichen Institut rechnen mit Einschnitten bei Nischenfächern und möglichen Kürzungen bei Dozentenstellen.
Die Germanistikstudentin Anna-Sophie stellt die Frage, wie es künftig mit externen Lehrenden aussehen werde. Sie besucht derzeit eine Lehrveranstaltung bei einer externen Lehrenden, die ihrer Einschätzung nach einen großen Mehrwert für ihre Ausbildung bringt.
Grundsätzliche Kritik an Einsparungen
Lehramtsstudent Maximilian Almer hält es für keinen guten Schritt, in Wissenschaft und Bildung zu sparen. Er sieht einen langfristigen wirtschaftlichen Nachteil als logische Folge der Sparmaßnahmen.
Thomas Zechmeister, der bereits ein Studium der Energietechnik abgeschlossen hat, erklärt, er habe Kürzungen in allen Bereichen erwartet, aber nicht in diesem Ausmaß. Für die Universitäten erkennt er einen klaren Nachteil in der Zukunft.
Studentin Ylva kritisiert die Prioritätensetzung und bezeichnet es als falsches Signal, bei der Ausbildung zu sparen, während gleichzeitig Millionen in den Song Contest investiert würden.
Insgesamt werden an den Wiener Universitäten unterschiedliche Erwartungen, Sorgen und Bewertungen zu den geplanten Budgetkürzungen deutlich.








