Blütenpracht und ihre Geheimnisse: Joanneum setzt Pflanzen in Szene
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Universalmuseum Joanneum rückt Blumen und Pflanzen in den Mittelpunkt

Das Universalmuseum Joanneum widmet sich heuer mit dem Jahresthema „Bloom“ in mehreren Häusern unterschiedlichen Aspekten von Blumen und Pflanzen. Im Naturkundemuseum, in der Neuen Galerie und in der Mineralogischen Sammlung werden dazu eigene Präsentationen gezeigt.

Im Naturkundemuseum steht unter dem Titel „Blümchensex“ das Liebesleben der Pflanzen im Zentrum. Parallel dazu richtet die Neue Galerie mit „Analytische Schönheit“ den Blick auf die künstlerische Darstellung von Blumen über zwei Jahrhunderte.

„Blümchensex“ im Naturkundemuseum

Die Ausstellung „Blümchensex“ im zweiten Stock des Naturkundemuseums des Universalmuseum Joanneum widmet sich dem Sexualleben von Pflanzen. Gezeigt werden unterschiedliche Formen der Bestäubung, darunter jene durch Tiere, Wind und Wasser. Kurator der Schau ist Kurt Zernig.

Laut Zernig haben Blüten die Funktion der Fortpflanzung. In der Ausstellung wird erläutert, dass Form, Farbe und Duft von Blüten Bestäuber wie Bienen, Schmetterlinge, andere Insekten sowie Wirbeltiere wie Vögel und Mäuse anlocken. Präsentiert werden zudem Blüten, die sich erst nachts öffnen, Muster aufweisen, die für das menschliche Auge unsichtbar sind, oder Düfte ausströmen, die Menschen nicht wahrnehmen.

Thematisiert werden verschiedene Mechanismen und Strategien, mit denen Pflanzen ihre Art erhalten. Zernig erklärt, dass sich Blüten und ihre Bestäuber im Laufe von Jahrmillionen gegenseitig angepasst haben. Er weist darauf hin, dass in den vergangenen dreißig Jahren drei Viertel der Biomasse an Fluginsekten zurückgegangen sind. In der Ausstellung wird auf mögliche Folgen dieses Rückgangs für Pflanzen und Menschen hingewiesen, etwa Veränderungen in der Vielfalt von Pflanzen sowie Ernteausfälle.

Begleitend zur Ausstellung bietet das Naturkundemuseum mehrere Veranstaltungen an. Dazu zählen Spaziergänge im Botanischen Garten, botanische Rundgänge am Grazer Schloßberg, Exkursionen am Kirchkogel bei Pernegg sowie Wanderungen im Bezirk Liezen und im Bezirk Hartberg.

Blumenbilder in der Neuen Galerie

In der Neuen Galerie des Universalmuseum Joanneum ist unter dem Titel „Analytische Schönheit“ eine Ausstellung mit Blumenbildern zu sehen. Sie umfasst Darstellungen aus 200 Jahren und zeigt eine Vielzahl bisher noch nicht gezeigter Werke aus der eigenen Sammlung. Kurator ist Peter Peer.

Zu den ausgestellten Arbeiten gehören unter anderem Werke von Moritz Michael Daffinger, Josef von Hempel und Joseph Kuwasseg. Der zeitliche Bogen spannt sich von Biedermeier-Aquarellen über fernöstliche Farbholzschnitte bis hin zu zeitgenössischen Positionen. Die Schau hebt sowohl die ästhetischen Qualitäten von Blumen und Blüten als auch deren systematische Dokumentation für die Pflanzenwissenschaft hervor.

Im Mittelpunkt steht dabei auch die Rolle von Pflanzendarstellungen im 19. Jahrhundert. In der Ausstellung wird gezeigt, dass Zeichnungen damals ein wichtiger Bestandteil naturwissenschaftlicher Publikationen waren und Künstler für die Naturforschung als unentbehrlich galten. Peer schildert, dass sich in den Pflanzendarstellungen dieser Zeit sowohl der Blick der aufstrebenden Naturwissenschaft als auch der Sinn für Ästhetik widerspiegeln.

Blumennamen in der Mineralogischen Sammlung

Zusätzlich gibt es in der Mineralogischen Sammlung des Naturkundemuseums eine Ausstellungsintervention mit dem Titel „Eisenrose und Chrysanthemen-Stein“. Diese Intervention beschäftigt sich mit Blumennamen in der Bezeichnung von Mineralien und ergänzt damit das Jahresthema „Bloom“ um eine weitere Facette.