Studie: Fischlarven orientieren sich an Lichtfarben
Eine neue Untersuchung der Fischereiforschungsstelle Langenargen und der Universität Konstanz zeigt, dass bestimmte Lichtfarben für die Orientierung von Fischlarven im Bodensee eine zentrale Rolle spielen. Besonders die jungen Larven von Blaufelchen folgen demnach gezielt Licht im grün-gelben Bereich.
Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass sowohl erhöhte Wassertemperaturen als auch künstliche Beleuchtung dieses Orientierungssystem beeinflussen können. Dadurch könnten sich Aufwuchs- und Wanderverhalten der Tiere verändern.
Licht als Wegweiser in flache Uferzonen
Unmittelbar nach dem Schlüpfen orientieren sich die Fischlarven am Licht. Grünes und gelbes Licht üben der Studie zufolge eine besondere Anziehung aus und lenken die Tiere in flache Uferbereiche, die als „Kinderstuben“ beschrieben werden. Dort finden die Larven Nahrung und vergleichsweise gut geschützte Bedingungen.
Mit zunehmendem Alter lässt die Anziehung durch grün-gelbes Licht wieder nach. Dies wird als Mechanismus beschrieben, der die Jungfische später in tiefere Bereiche des Gewässers führt.
Laborexperimente zu Lichtfarben und Temperatur
Das Verhalten der Larven wurde in einem künstlichen Y-förmigen Labyrinth untersucht. In diesem Versuchsaufbau testeten die Forschenden, wie die Tiere auf unterschiedliche Lichtfarben reagieren und wie sich erhöhte Wassertemperaturen auf ihre Orientierung auswirken.
Unter erhöhten Temperaturen verändert sich den Angaben zufolge der Ablauf der Entwicklung. Die Entwicklung der Larven beschleunigt sich, und die Anpassung der Lichtorientierung erfolgt früher und weniger zielgerichtet. Dadurch könnten die Tiere ihre geschützten Aufwuchsgebiete verfrüht verlassen.
Einfluss künstlicher Beleuchtung
Neben Temperaturveränderungen wird auch der Einfluss künstlichen Lichts thematisiert. Als Beispiel wird Straßenbeleuchtung entlang des Bodenseeufers genannt. Solche Lichtquellen können Fischlarven demnach in Bereiche locken, die für ihr Aufwachsen weniger geeignet sind.
In diesen Zonen finden die Larven schlechtere Nahrungsbedingungen vor und sind verstärkt Fressfeinden ausgesetzt. Zudem kann künstliches Licht den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus der Tiere stören.
Mögliche Lösungsansätze durch Anpassung der Lichtfarben
Die Originalstudie trägt den Titel „Heatwaves and Anthropogenic Light May Disrupt Phototaxis-Based Behaviours That Regulate Early-Life Migrations of Fish“ und ist für das Jahr 2026 in der Zeitschrift Freshwater Biology (Band 71, Ausgabe 4) ausgewiesen. Als Autorinnen und Autoren werden B. J. Roberts, J. Baer, A. Ros und A. Brinker genannt. Brinker ist der Fischereiforschungsstelle Langenargen und der Universität Konstanz zugeordnet.
Brinker wird mit der Einschätzung wiedergegeben, dass der Effekt künstlichen Lichts im Bodensee derzeit vermutlich noch von begrenzter Bedeutung ist. Er warnt zugleich, dass sich mit fortschreitendem Klimawandel und häufigeren Hitzewellen das Zusammenspiel von Temperaturstress und Lichtverschmutzung zu einem ernstzunehmenden Problem entwickeln könnte.
Die Studie zeigt einfache Lösungsansätze auf. Da Fischlarven besonders auf bestimmte Wellenlängen reagieren, könnte eine gezielte Anpassung der Lichtfarben im Uferbereich helfen, negative Effekte deutlich zu reduzieren.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.








