Schadholz und Borkenkäfer setzen steirische Wälder unter Druck
In den steirischen Wäldern haben ein schweres Schneereignis im Februar und ein Sturm Ende März große Mengen Schadholz verursacht. Insgesamt müssen rund 400.000 Festmeter aufgearbeitet werden.
Aufgrund des vorhandenen Schadholzes und der bereits einsetzenden Aktivität des Borkenkäfers wird die Situation als Wettlauf gegen die Zeit beschrieben.
Vom schweren Schnee im Februar dürften etwa 200.000 Festmeter Schadholz zurückgeblieben sein. Landesforstdirektor Michael Luidold geht davon aus, dass der Windwurf vor Ostern eine ähnlich große Menge verursacht hat. Betroffen sind vor allem Wälder südlich des Mürztals sowie Flächen in der Süd- und Oststeiermark.
Priorität Fichtenschadholz
Nach Angaben von Luidold wird das Schadholz prioritär vom Borkenkäfer befallen. Das flächendeckende Monitoring zeigt, dass die ersten Käfer rund um Ostern in tieferen Lagen ausgeschwärmt sind. Im Anschluss kommt es zur Eiablage im Schadholz.
Innerhalb der nächsten zwei Monate muss das befallene Schadholz aus dem Wald gebracht werden, bevor die Jungkäfer schlüpfen. Der Fokus der Aufräumarbeiten soll nach Angaben von Luidold auf Fichtenschadholz liegen. Laubholz wird als nicht anfällig für den Borkenkäfer beschrieben, der demnach ausschließlich auf die Fichte geht und zu einer Massenvermehrung neigt.
Einfluss von Witterung und Sicherheit im Wald
Luidold zufolge hängt die Entwicklung der Jungkäfer in den kommenden Wochen von Außentemperatur und Niederschlagsmenge ab. Der Borkenkäfer verträgt demnach kein feuchtes Milieu, ist anfälliger für Schimmelpilze, und Teile der Brut können dadurch zerstört werden.
Angesichts der Aufräumarbeiten appelliert Luidold an Waldbesitzer und Arbeiter, wegen der hohen Unfallgefahr nicht alleine, sondern zumindest zu zweit in den Wald zu gehen. Er betont zudem die Bedeutung einer geeigneten Ausrüstung.
Künstliche Intelligenz im Monitoring
Beim Borkenkäfer-Monitoring in den steirischen Wäldern wird verstärkt künstliche Intelligenz eingesetzt. Sie soll helfen, die unterschiedliche Entwicklungsdauer der Käfer in den einzelnen Regionen besser vorherzusagen.
Luidold zufolge sollen mit Hilfe dieser Prognosen gezielte Maßnahmen für die jeweiligen Regionen besser abgestimmt werden können.








