Bücherei-Schließung am Schrödingerplatz: Donaustädter starten Petition für Erhalt und Übergangslösung
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Protest gegen Schließung der Bücherei am Schrödingerplatz in Wien-Donaustadt

In Wien-Donaustadt regt sich Widerstand gegen die Schließung der städtischen Bücherei am Schrödingerplatz in der Bernoullistraße. Die Einrichtung im 22. Bezirk hatte am Freitag vor der aktuellen Berichterstattung ihren letzten Öffnungstag.

Die Bücherei befindet sich in einem Amtsgebäude der Stadt Wien, das im Zuge einer Neubebauung abgerissen werden soll. Für die kommenden Jahre ist laut Angaben kein Ersatzstandort vorgesehen.

Petition für Erhalt und Übergangslösung

Gegen die Schließung wurde eine Petition gestartet, die sich für den Erhalt der Bücherei am Schrödingerplatz einsetzt. Das Petitionsschreiben stammt von der Donaustädterin Daniela Ressi und hatte innerhalb weniger Tage mehr als 550 Unterschriften.

In der Petition wird kritisiert, dass es für die Zeit bis zur Fertigstellung des Neubaus keine Übergangslösung geben soll. Zudem wird festgehalten, dass die Errichtung einer neuen Bücherei am Standort laut aktuellem Stand nicht gänzlich fix sei und die Schließung bei vielen Nutzerinnen und Nutzern auf großes Unverständnis stößt.

Im Schreiben wird die gute Erreichbarkeit des Standorts am Schrödingerplatz hervorgehoben. Der Verweis auf weiter entfernte Bücherei-Standorte stelle für viele Familien, Kinder und ältere Menschen aus der Umgebung keine gleichwertige Alternative dar. Ressi wünscht sich eine fixe Zusicherung der Stadt zum Wiederbetrieb der Bücherei im neuen Gebäude sowie eine wohnortnahe Übergangslösung, etwa in Form eines temporären Containers vor Ort.

Reaktionen aus Bezirk und Politik

Ein Bewohner der Donaustadt, Richard Sterl, wird mit Kritik an der ersatzlosen Schließung der Bücherei am Schrödingerplatz zitiert. Er bezeichnet sich als jahrelangen, zufriedenen Kunden und stellt die Frage, wie es zugelassen werden könne, dass die Bücherei in Kagran ersatzlos gestrichen wird. Zur Verlagerung des Angebots in die Seestadt wird er mit den Worten wiedergegeben, er werde von Kagran aus „ganz sicher nicht in die Seestadt“ fahren, dies sei für ihn eine „Weltreise“.

Die ÖVP-Donaustadt betonte, dass die Schließung eines Standorts ohne gleichzeitig verfügbaren Ersatzstandort für die Bevölkerung einen konkreten Verlust an öffentlicher Infrastruktur bedeute. Die Grünen hoben hervor, dass für Eltern mit Kindern oder Senioren eine einfache Erreichbarkeit von Büchereien wichtig sei.

Stadt verweist auf andere Standorte und Neubau

Die Stadt Wien verwies für die Dauer des Neubaus auf die nächstgelegenen Bücherei-Standorte in Kaisermühlen und in der Großfeldsiedlung. Die Schließung der Bücherei wurde unter anderem mit der Eröffnung einer neuen städtischen Bücherei in der Seestadt gerechtfertigt.

Aus dem Büro von Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy (SPÖ) wurde erklärt, man bedauere, dass es während der Entwicklung des Areals keine Ersatz-Bücherei geben werde. Eine Sprecherin des Büros teilte mit, laut Informationen der Stadt Wien beziehungsweise des zuständigen Stadtratbüros seien alle Möglichkeiten für eine Ersatz-Bücherei geprüft worden, jedoch mit negativem Ergebnis.

Nach Angaben der Magistratsabteilung 13 (MA 13) soll im neuen Gebäude am Standort wieder eine Bücherei untergebracht werden. Diese soll demnach moderner und größer sein als bisher.