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Die Wiener Verkehrsampel wird 100 Jahre alt. Im August 1926 nahm an der Kreuzung Kärntner Ring/Kärntner Straße und Opernring die erste Ampel Wiens ihren Betrieb auf. Damals hing über der Fahrbahn ein sogenannter Ampelpilz, unter dem ein Polizist saß und die Lichtsignale per Hebel von Hand umschaltete. Eigene Signale für Fußgänger gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Heute regeln rund 1.300 Ampeln unter Aufsicht der Magistratsabteilung 33 (MA 33) den Verkehr in der Stadt. Aus dem einstigen Handbetrieb ist ein System geworden, das mit Sensoren, Kommunikationstechnik und in Teilen bereits mit Künstlicher Intelligenz arbeitet.
Vom Ampelpilz zur Fußgängerregelung mit Schildern
Nach der Einführung der ersten Ampel im Jahr 1926 dauerte es Jahrzehnte, bis eigene Regelungen für Fußgänger entstanden. Mitte der 1950er-Jahre übernahmen am Stock-im-Eisen-Platz Personen mit Schildern diese Aufgabe: Auf den Tafeln stand „Fußgänger gehen“ beziehungsweise „Fußgänger warten“. Erst später setzten sich die heute bekannten Ampelanlagen für Fußgängerinnen und Fußgänger flächendeckend durch.
Sensoren, KI und vernetzte Straßenbahnen
An zahlreichen Kreuzungen erkennen Sensoren mittlerweile, ob ein einzelnes Auto oder mehrere Fahrzeuge warten. Die Grünphasen können auf dieser Grundlage verlängert oder verkürzt werden. An einzelnen Fußgängerampeln kommt bereits Künstliche Intelligenz zum Einsatz. Das System soll erkennen, ob eine Person tatsächlich die Straße überqueren möchte oder lediglich am Gehsteig vorbeigeht. Laut MA 33 kann die Technik dabei auch größere Gruppen, Kinderwagen oder Personen im Rollstuhl unterscheiden.
Auch der öffentliche Verkehr ist in Teilen mit den Ampeln vernetzt. Rund 500 Wiener Ampeln werden von Straßenbahnen passiert. Sechs Garnituren der Straßenbahnlinie 2 verfügen über Technik, die eine direkte Kommunikation mit den Ampeln ermöglicht. Auch ein Shuttlebus zwischen dem Bahnhof Meidling und der Längenfeldgasse kann an drei Ampeln aktiv eine Freiphase anfordern.
Anforderungsknopf, Blindenakustik und grüne Welle
Gernot Lenz von der MA 33 bestätigt, dass der Anforderungsknopf an Fußgängerampeln tatsächlich funktioniert und kein reines Placebo ist. Anders verhält es sich mit dem Knopf an der Unterseite jener Kästchen, die Blindenakustik bieten: Dieser macht lediglich das akustische Signal lauter, sorgt aber nicht dafür, dass die Ampel schneller auf Grün schaltet. Mehr als 80 Prozent der Wiener Fußgängerampeln sind mit Blindenakustik ausgestattet. Laut Lenz führt das Drücken dieses Knopfs insbesondere im Sommer zu Beschwerden von Anrainerinnen und Anrainern, die sich durch das lautere Tackern gestört fühlen.
Auch die vielzitierte grüne Welle existiert tatsächlich, wie Lenz bestätigt. Auf Hauptverkehrsrouten wie dem Gürtel sind die Ampelanlagen so aufeinander abgestimmt, dass Fahrzeuge im Idealfall von einer grünen Ampel zur nächsten gelangen. Rund 15 Prozent aller Wiener Ampeln können zudem von der Verkehrsleitzentrale der Polizei in der Rossauer Kaserne direkt angesteuert werden. Die Zentrale ist rund um die Uhr besetzt. An einzelnen Tagen sind laut Polizei Eingriffe an 50 bis 60 Anlagen notwendig.
Ampelpärchen ohne Ausbaupläne
Die sogenannten Ampelpärchen, also Fußgängerampeln mit unterschiedlichen Figurenmotiven, waren ursprünglich als temporäre Aktion zum Eurovision Song Contest gedacht. Neue Designs oder ein weiterer Ausbau dieser Ampelmotive sind derzeit nicht geplant.
Technische Grenzen im dichten Verkehr
Grundsätzlich stoßen koordinierte Systeme wie die grüne Welle bei sehr hohem Verkehrsaufkommen an ihre Grenzen. Kommt es zu Rückstaus, lässt sich ein durchgehender Grünphasen-Rhythmus nicht mehr in jedem Fall aufrechterhalten. Bei stark belasteten Kreuzungen ist es üblich, die Ampelschaltungen mehrmals täglich an das jeweilige Verkehrsaufkommen anzupassen, etwa zu unterschiedlichen Zeiten im Berufsverkehr oder in verkeh








