Die Wiener Polizei hat 120 Jahre Motorisierung gefeiert. Im Zuge der Feier in der Roßauer Kaserne im neunten Bezirk zeigte eine Fahrzeugausstellung historische Einsatzfahrzeuge aus mehreren Jahrzehnten. Anschließend fuhr ein Polizeikonvoi über die Ringstraße. Als Gast war Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) anwesend, der zwei historische Fahrzeuge offiziell an das Polizeimuseum übergab.
Karner sagte anlässlich des Jubiläums: „120 Jahre motorisierte Polizei ist ein besonderes Jubiläum: Es ist ein Blick auf die Geschichte der Mobilität, ein Blick auf die Geschichte der Technik, aber auch ein Blick auf die Geschichte unserer Polizei.“
Historische Fahrzeuge in der Roßauer Kaserne
Zu den in der Roßauer Kaserne gezeigten Fahrzeugen zählten ein weißer Mercedes 190 E mit orangem Seitenstreifen aus den späten 1980er- bis frühen 1990er-Jahren sowie ein dunkelgrüner Austro Tatra Typ 18, der auf Basis eines Volkswagen Käfers gebaut wurde. Bundespolizeidirektor Michael Takacs trug für das Jubiläum eine alte Motorrad-Uniform, bestehend aus schwarzer Lederjacke, weißem Helm und einer Ray-Ban-Sonnenbrille. Er präsentierte eine BMW 850 RT aus dem Baujahr 1996, mit der er selbst unterwegs war. Dieses Motorrad kam für Verkehrsüberwachung sowie für feierliche Sicherungsgeleite bei offiziellen Staatsbesuchen zum Einsatz.
Das älteste ausgestellte Fahrzeug war ein Steyr 380, der 1958 als Mannschaftstransportwagen bei der österreichischen Polizei eingeführt wurde. Im Wageninneren waren Holzbänke Standard. Der Steyr 380 blieb bis in die 1970er-Jahre im Einsatz und zählt heute zu den 19 Fahrzeugen im Bestand des Polizeimuseums. Bei der Jubiläumsfeier fuhr er als Teil des Konvois über die Ringstraße mit.
Konvoi über die abgesperrte Ringstraße
Für die Ausfahrt wurde die Ringstraße abgesperrt. Der Konvoi führte vorbei am Schwedenplatz, am Stadtpark, am Burgtheater und an der Universität. Vom Straßenrand aus fotografierten und winkten Passanten den vorbeifahrenden Fahrzeugen zu.
Von der ersten Lenkerprüfung bis zur MOT
Der erste Polizeichauffeur schloss seine Lenkerausbildung im Jahr 1906 ab. Einen weiteren Meilenstein stellte 1946 die Gründung der motorisierten Einheit MOT in Wien dar. In den folgenden Jahrzehnten kamen Motorräder mit der Zeit immer mehr zum Einsatz. Stephan Mlczoch, Leiter der Abteilung für historische Angelegenheiten im Innenministerium, erklärte dazu: „Zentral war es immer, dass die Fahrzeuge Sicherheit für die Beamten bieten, aber auch schnelle und sichere Einsatzmöglichkeiten darstellen.“
Vom Eigenbesitz zum Leasing-Modell
Nach Jahrzehnten, in denen Fahrzeuge im eigenen Besitz von Polizei und Gendarmerie standen, kommen inzwischen Leasing-Fahrzeuge zum Einsatz, die etwa alle drei Jahre getauscht werden. Das Anforderungsprofil an Ausrüstung, Schutz und Bewaffnung hat sich dabei an eine veränderte Kriminalitätsbedrohung angepasst. Heutige Streifenwagen fungieren zunehmend als mobile Büros. Polizistinnen und Polizisten verbringen dadurch oft mehr Zeit in ihrem Fahrzeug als in der Dienststelle selbst.
Der aktuelle Standard-Streifenwagen VW Touran wird nicht mehr weiter produziert. Alle Fahrzeuge dieses Typs werden schrittweise durch den Škoda Kodiaq ersetzt, der sich in einem Auswahlverfahren durchsetzen konnte. Die Umstellung soll bis zum Jahr 2029 abgeschlossen sein. Das neue Modell verfügt über 200 PS.
Fahrzeugtechnik als Spiegel gesellschaftlicher Entwicklung
Die Entwicklung von Polizeifahrzeugen verläuft grundsätzlich eng entlang allgemeiner technischer und gesellschaftlicher Veränderungen. Während frühe Einsatzfahrzeuge vor allem einfache Transportfunktionen erfüllten, wuchsen die Anforderungen mit der Zeit deutlich: Kommunikationstechnik, Schutzausstattung und digitale Systeme gehören heute ebenso zur Grundausstattung wie ausreichend Stauraum für Einsatzmittel. Bei vergleichbaren Beschaffungsprozessen öffentlicher Institutionen spielen neben der








