Beim Badeteich Süßenbrunn in Donaustadt ist ein neuer Hundezaun errichtet worden, der rund 150.000 Euro gekostet hat. Hundehalter kritisieren die Ausführung: An mehreren Stellen stehe der Zaun so hoch vom Boden ab, dass kleinere Hunde darunter hindurchschlüpfen könnten.
Kritik an der Höhe des Zauns
Nach Angaben von Hundehaltern lässt der neu errichtete Zaun an einigen Abschnitten genügend Platz, damit kleinere Hunde ihn ungehindert unterqueren können. Die zuständige MA 42, die Wiener Stadtgärten, erklärt dazu, es handle sich um eine Ausführung, wie sie bei Hundezonen üblich sei.
Laut MA 42 wurde die Gestaltung des Zauns mit der Tierschutzombudsstelle Wien abgestimmt. In bestimmten Bereichen sei bewusst ein Abstand von 10 bis 15 Zentimetern zum Boden vorgesehen worden, damit Kleintiere den Zaun passieren können. Die Behörde weist zugleich darauf hin, dass der Abstand aufgrund der jeweiligen Bodenbeschaffenheit an einzelnen Stellen größer ausfallen kann als geplant.
Zur Verantwortung für die Aufsicht über Hunde verweist die MA 42 auf das Tierhaltegesetz. Demnach obliegt es dem Hundehalter, dafür zu sorgen, dass das Tier nicht unbeaufsichtigt bleibt.
Der Zaun ist derzeit noch nicht fertiggestellt. Die Fertigstellung soll nach Angaben der MA 42 in den kommenden Tagen erfolgen.
Gerüchte um Rückbau einzelner Abschnitte
Unter Hundehaltern kursieren zudem Berichte, wonach rund 30 Meter des Zauns wieder abgebaut werden sollen, um Wildtieren den Zugang zum Teich zu ermöglichen. Die Bezirksvorstehung Donaustadt bezeichnet dies als Gerücht. Offen ist, ob es sich dabei tatsächlich um bereits montierte Abschnitte handelt, die wieder entfernt werden sollen, oder ob die betroffenen Teile schlicht noch nicht aufgebaut wurden.
Hundezonen und der Umgang mit Wildtieren
Bei der Errichtung von Zäunen rund um Hundezonen und Badeteiche müssen Behörden grundsätzlich mehrere Interessen gegeneinander abwägen. Zum einen sollen Hunde sicher innerhalb eines abgegrenzten Bereichs gehalten werden können, zum anderen sind viele Grünflächen in Wien auch Lebensraum für Wildtiere wie Igel, Kleinsäuger oder Amphibien.
Um diesen Tieren die Durchwanderung zu ermöglichen, werden bei Zäunen in solchen Bereichen häufig gezielt kleine Bodenabstände oder Durchlässe eingeplant. Diese sogenannten Kleintierpassagen sollen verhindern, dass eingezäunte Flächen zu unüberwindbaren Barrieren für die lokale Fauna werden. Gleichzeitig birgt jede Öffnung im Zaun das Risiko, dass auch Haustiere sie nutzen können, wenn die Maße nicht exakt auf die jeweilige Tierart abgestimmt sind.
In der Praxis hängt die tatsächliche Wirksamkeit solcher Passagen stark von der Bodenbeschaffenheit ab. Unebenheiten, Bewuchs oder Setzungen im Untergrund können dazu führen, dass ein ursprünglich exakt geplanter Abstand im fertigen Zustand größer oder kleiner ausfällt als vorgesehen. Bei größeren Grünanlagen wird die Umsetzung solcher Vorgaben daher häufig erst nach der vollständigen Fertigstellung abschließend bewertet und bei Bedarf nachjustiert.








