30. Todestag von Waluliso: Wien erinnert an seinen Friedensapostel
Am 21. Juli 2026 jährt sich der Todestag von Ludwig Anton Weinberger zum 30. Mal. Der Wiener, der unter dem Namen Waluliso bekannt wurde, starb am 21. Juli 1996. Er gehörte jahrzehntelang zum Stadtbild der österreichischen Hauptstadt.
Ein Leben zwischen Heimen, Krieg und Straße
Ludwig Anton Weinberger wurde am 2. Juli 1914 in Ottakring geboren. Er wuchs hauptsächlich in Kinderheimen auf und absolvierte eine Buchbinderlehre. In den 1930er-Jahren vagabundierte er durch Wien. Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs meldete er sich für eine Ersatzreservistenausbildung; 1939 wurde er zur Wehrmacht eingezogen. Nach dem Krieg arbeitete er als Schildermaler.
Weißer Umhang, Lorbeerkranz, Friedensbotschaft
Nach seiner Pensionierung Anfang der 1980er-Jahre trat Weinberger beinahe täglich als selbsternannter Friedensapostel in Erscheinung. Er nannte sich Waluliso – ein Kunstwort, das für Wasser, Luft, Licht und Sonne steht – und ließ diesen Namen amtlich in seinen Pass eintragen. In weißer Toga und mit Lorbeerkranz auf dem Kopf predigte er Frieden und Liebe, meist in der Umgebung des Stephansdoms, mit einem Apfel in der einen und einem langen Stab in der anderen Hand. Daneben verkaufte er Autoaufkleber mit seinem Namen.
Mit Empfehlungsschreiben der Wiener Bürgermeister Leopold Gratz und Helmut Zilk reiste er zu Konferenzen nach Genf, Reykjavik und Moskau. Dabei traf er unter anderem den PLO-Chef Yasser Arafat und den ehemaligen sowjetischen Außenminister Eduard Schewardnadse.
Engagement für die Donauinsel
Bereits in den frühen 1970er-Jahren sammelte Weinberger Unterschriften für frei zugängliche FKK-Bereiche an den Ufern der Neuen Donau. Er setzte sich zudem für öffentliche WC-Anlagen, Sitzgelegenheiten, Trinkwasserzugang und eine Anbindung der Donauinsel an den öffentlichen Verkehr ein. Seine Friedensfahne ist derzeit in der Ausstellung „Die Donauinsel. 21 Kilometer Freiraum“ im Wien Museum zu sehen.
Letzte Jahre und Erinnerung
Ab seinem 80. Geburtstag im Jahr 1995 zeigte sich Waluliso nur noch selten in der Öffentlichkeit und verließ kaum mehr seine Wohnung in Wien-Margareten. Seine letzten Monate verbrachte er in einem Pensionistenheim auf der Schmelz. Die Stadt Wien übernahm die Kosten für seine Bestattung am Zentralfriedhof. Nach ihm benannt ist die Walulisobrücke, ein Fußgängersteg, der die Donauinsel mit der Lobau verbindet.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.








