Rund 20 Aktivistinnen und Aktivisten haben am Sonntagmorgen, den 30. August 2026, auf dem Baustellengelände des Google-Rechenzentrums in Kronstorf protestiert. Nach Angaben der Initiative „Rechenzentren Nein Danke“, die in einer Aussendung von Attac-Österreich zitiert wird, befestigten die Teilnehmenden Transparente sowohl auf einer Brücke über die B309 als auch direkt auf der Halle des Rechenzentrums. Mit der Aktion forderten die Beteiligten einen sofortigen Baustopp für das Projekt in Kronstorf sowie für alle weiteren geplanten Rechenzentren in Österreich.
Transparente an Brücke und Bauhalle
Die Protestaktion fand direkt auf dem Gelände der Baustelle statt, auf dem das Rechenzentrum von Google in Kronstorf entsteht. Fotos, die im Zusammenhang mit der Aktion veröffentlicht wurden, zeigen Transparente, die an einer Brücke über die Bundesstraße B309 angebracht wurden. Weitere Transparente befestigten die Aktivistinnen und Aktivisten an der Halle des im Bau befindlichen Rechenzentrums selbst.
Attac-Österreich ordnete die Beteiligten in einer Aussendung der Initiative „Rechenzentren Nein Danke“ zu. Die zentrale Forderung der Aktion richtete sich laut dieser Mitteilung auf einen sofortigen Stopp der Bauarbeiten in Kronstorf. Darüber hinaus verlangten die Aktivistinnen und Aktivisten, sämtliche in Österreich geplanten Rechenzentren mit einem Baustopp zu belegen.
Rechenzentren als wachsender Flächen- und Energiefaktor
Rechenzentren wie jenes in Kronstorf dienen grundsätzlich dazu, Serverinfrastruktur für digitale Dienste bereitzustellen, etwa für Cloud-Anwendungen, Suchdienste oder zunehmend auch für Systeme der künstlichen Intelligenz. Der Bau solcher Anlagen erfordert üblicherweise größere zusammenhängende Grundstücksflächen sowie eine leistungsfähige Anbindung an die Strom- und oft auch an die Wasserversorgung, da die Kühlung der Serverhardware einen erheblichen Teil des Energiebedarfs ausmacht.
In den vergangenen Jahren ist die Zahl geplanter und errichteter Rechenzentren in Europa allgemein gestiegen, da der Bedarf an Rechenleistung durch die verstärkte Nutzung datenintensiver Dienste zugenommen hat. Damit verbunden sind in vielen Regionen Diskussionen über Flächenverbrauch, Energieverbrauch und die Auswirkungen solcher Bauprojekte auf das lokale Umfeld. Initiativen, die sich gegen einzelne oder mehrere Rechenzentrumsprojekte richten, verweisen bei vergleichbaren Vorhaben häufig auf diese übergeordneten Fragestellungen.
Genehmigungsverfahren bei Großbauprojekten
Bei Bauvorhaben in der Größenordnung von Rechenzentren durchlaufen Projekte in Österreich grundsätzlich behördliche Genehmigungsverfahren, in denen unter anderem raumordnungsrechtliche, baurechtliche und je nach Standort auch umweltrechtliche Aspekte geprüft werden. Solche Verfahren sehen üblicherweise vor, dass Auflagen zu Bauausführung, Emissionen oder Infrastrukturanbindung festgelegt werden, bevor mit der eigentlichen Bautätigkeit begonnen werden darf. Proteste gegen bereits laufende Bauarbeiten richten sich bei vergleichbaren Vorhaben häufig gegen den Umstand, dass ein Projekt trotz bestehender Kritik in die Umsetzungsphase gelangt ist, ohne dass damit zwangsläufig eine Aussage über die rechtliche Zulässigkeit des konkreten Verfahrens verbunden ist.







