Seit dem frühen Morgen des 5. September 2026 wird der Almkanal in der Stadt Salzburg und in Grödig trockengelegt. Bei der sogenannten Almabkehr werden in den kommenden drei Wochen das Kanalbett und die angeschlossenen Anlagen gereinigt, gewartet und repariert. Der Almkanal gilt als das älteste Wasser- und Energieversorgungssystem Mitteleuropas.
Ablauf der diesjährigen Almabkehr
Die Kraftwerksbetreiber hatten bereits am 4. September damit begonnen, die Staubereiche entlang des Kanals zu spülen. Am 5. September wurde schließlich das Wasser aus der Königsseeache, die den Almkanal speist, abgedreht. Ab dem darauffolgenden Montag ist eine Begehung des Kanals vorgesehen, sobald das Wasser vollständig abgeflossen ist. Die Arbeiten koordiniert Almmeister Lukas Peter.
Der Almkanal ist rund 13 Kilometer lang und versorgt entlang seines Verlaufs 19 Kraftwerke mit Wasser. Während der Abkehr werden diese Anlagen gewartet und gereinigt. Dabei wird jeweils die Turbine ausgeräumt, es werden die Mauern freigemacht, das Bachbett gereinigt und der Rechen von Ablagerungen befreit.
Josef Klappacher ist seit 40 Jahren Schleusenwärter des Almkanals. Nach seinen Angaben gab es in dieser Zeit noch nie eine so lange Niedrigwasserphase in der Königsseeache wie im aktuellen Jahr.
Rettung der Fische aus dem Kanalbett
Vor der eigentlichen Trockenlegung müssen die Fische aus dem seichten Wasser des Kanals geborgen werden. Fischer gehen dabei in drei Gruppen vor und entnehmen insgesamt rund 350 Kilogramm Fisch. Die geborgenen Tiere werden anschließend in die Königsseeache zurückgebracht, wo sie die Zeit der Trockenlegung überdauern.
Nach Abschluss der Arbeiten, wenn der Almkanal wieder mit Wasser gefüllt wird, werden kleine Fische in das Gewässer eingesetzt. In drei Wochen soll bei der Königsseeache die Schleuse wieder geöffnet werden, sodass der Almkanal erneut mit Wasser gefüllt wird.
Ein historisches Wassersystem mit vielfachem Nutzen
Kanalanlagen wie der Almkanal dienen grundsätzlich mehreren Zwecken zugleich: Sie liefern Wasser für Kraftwerke, versorgen angrenzende Betriebe und prägen zugleich das ökologische Gefüge der Region, da sich in ihnen über Jahrzehnte Fischbestände und andere Wasserlebewesen etabliert haben. Regelmäßige Wartungsintervalle sind bei solchen Systemen üblich, weil sich im Kanalbett mit der Zeit Sediment, Geröll und Pflanzenbewuchs ablagern, die den Wasserfluss beeinträchtigen können. Auch technische Bauteile wie Rechen, Turbinen und Mauerwerk unterliegen einem natürlichen Verschleiß, der eine turnusmäßige Kontrolle erforderlich macht.
Bei vergleichbaren Wasserkraftsystemen wird eine solche Trockenlegung meist in wasserärmeren Zeiten des Jahres angesetzt, um den Eingriff in den natürlichen Wasserhaushalt möglichst gering zu halten. Für die betroffenen Fischbestände bedeutet eine Abkehr in der Regel einen vorübergehenden Eingriff, der durch eine gezielte Umsiedlung in ein Ausweichgewässer abgefedert wird. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird das Gewässer meist schrittweise wieder besetzt, um den ökologischen Zustand des Kanals langfristig zu erhalten.
Historisch gewachsene Wassersysteme wie der Almkanal erfordern zudem spezifisches Erfahrungswissen, das häufig über Generationen an einzelne Funktionsträger wie Schleusen- oder Kraftwerkswärter weitergegeben wird. Gerade bei Anlagen mit jahrhundertealter Substanz ist die genaue Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten für einen reibungslosen Ablauf von Wartung und Wiederinbetriebnahme von besonderer Bedeutung.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.








