Der Bezirk Alsergrund lässt derzeit prüfen, ob am Julius-Tandler-Platz vor dem Franz-Josefs-Bahnhof ein weiterer städtischer Taubenschlag errichtet werden kann. Der Bezirk hat die dafür zuständige Stelle der Stadt Wien um eine entsprechende Überprüfung gebeten. Bezirksvorsteherin Saya Ahmad (SPÖ) steht dem Vorhaben vor. Zunächst hatte die Zeitung „Oe24“ über die Pläne berichtet.
Maßnahmen am Julius-Tandler-Platz
Neben der möglichen Einrichtung eines Taubenschlags hat der Bezirk bereits mehrere Schritte gesetzt. Die MA 48 hat die Intervalle zum Reinigen des Platzes verdichtet. Zudem wurden die Waste Watchers um verstärkte Kontrollen gebeten. Am Julius-Tandler-Platz wurden außerdem Hinweistafeln angebracht, die davor warnen, die Tauben zu füttern.
Tierschutz Austria hat dem Bezirk seine Unterstützung angeboten. Der Verein bestätigte dieses Angebot gegenüber dem ORF. Ob und wann die Prüfung durch die zuständige Stelle der Stadt Wien abgeschlossen wird, steht derzeit nicht fest. Ebenso ist offen, ob der Taubenschlag am Julius-Tandler-Platz tatsächlich umgesetzt wird.
Städtische Taubenschläge als Instrument der Bestandsregulierung
In Wien gibt es aktuell vier von der Stadt betreute Taubenschläge. Solche Einrichtungen dienen grundsätzlich dazu, Taubenpopulationen an bestimmten Standorten kontrolliert zu halten, ohne die Tiere zu vertreiben oder zu töten. In den städtischen Taubenschlägen werden Taubeneier gegen Kunststoffeier ausgetauscht. Dadurch bleibt der Bruttrieb der Tiere zwar erhalten, die Zahl der Nachkommen wird jedoch begrenzt.
Bei vergleichbaren Vorgängen in anderen Städten hat sich dieses Verfahren als vergleichsweise tierschutzgerechte Methode etabliert, da auf Gift oder andere invasive Eingriffe verzichtet werden kann. Ergänzend werden an solchen Standorten häufig Futterstellen eingerichtet, die von geschultem Personal oder Vereinen betreut werden. Dies soll verhindern, dass Tauben unkontrolliert an belebten Plätzen gefüttert werden, was Kot, Lärm und in der Folge Reinigungsaufwand nach sich ziehen kann. Hinweistafeln, wie sie nun auch am Julius-Tandler-Platz angebracht wurden, sind ein gängiges Mittel, um Passanten für diese Zusammenhänge zu sensibilisieren.
Die Zuständigkeit für Sauberkeit im öffentlichen Raum liegt in Wien bei der MA 48, die für Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark verantwortlich ist. Die Waste Watchers sind eine eigene Kontrolleinheit der Stadt, die unter anderem die Einhaltung von Sauberkeitsvorschriften im öffentlichen Raum überwacht. Beide Stellen kommen typischerweise dann verstärkt zum Einsatz, wenn an einzelnen Standorten erhöhter Reinigungs- oder Kontrollbedarf besteht.
Vereine wie Tierschutz Austria oder der Wiener Tierschutzverein bringen bei derartigen Vorhaben häufig praktische Erfahrung im Umgang mit Stadttauben ein. Ihre Unterstützung kann sich etwa auf die Betreuung von Taubenschlägen, die Beratung bei der Standortwahl oder die Aufklärung der Bevölkerung beziehen. Ob und in welcher Form eine solche Zusammenarbeit im konkreten Fall am Julius-Tandler-Platz erfolgen wird, ist bislang nicht festgelegt.








