Anrainer der Josef-Thorak-Straße in Salzburg fordern Mitsprache bei Umbenennung
In der Diskussion um die Umbenennung von Salzburger Straßen, die nach Personen mit Verbindungen zum Nationalsozialismus benannt sind, haben sich nun die Bewohner der Josef-Thorak-Straße im Stadtteil Aigen zu Wort gemeldet. Sie fordern eine direkte Mitsprache bei der Wahl eines neuen Straßennamens.
Die Straße trägt seit den 1960er-Jahren den Namen des Bildhauers Josef Thorak, der als Hitlers Lieblingsbildhauer gilt. Während sich die Anrainer über viele Jahre gegen eine Umbenennung ausgesprochen hatten, stehen sie einer solchen inzwischen nicht mehr entgegen.
Kritik am geplanten neuen Namen
Die Stadtregierung hatte bisher vorgesehen, die Straße künftig nach der Künstlerin Helene Taussig zu benennen, die von Hitlers Machthabern in einem Ghetto im besetzten Polen ermordet wurde. Fast drei Dutzend Anrainer sprachen sich in einem Brief an Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) und die rot-rot-grüne Stadtregierung gegen diesen Vorschlag aus. Sie schlagen stattdessen vor, den Namen Helene Taussig für den Karajan-Platz in der Altstadt zu verwenden.
In dem Schreiben wird zudem gefordert, bei Herbert von Karajan denselben Maßstab anzulegen wie bei Josef Thorak. Laut einer Historikerkommission waren sowohl Karajan als auch Ferdinand Porsche tief im Nationalsozialismus verstrickt, doch sollen der Karajan-Platz und die Porsche-Straße nach bisherigem Stand ihre Namen behalten.
Alternative Namensvorschläge
Die Anrainer argumentieren, dass sowohl Helene Taussig als auch Herbert von Karajan in Anif gewohnt hätten, und fordern für ihre Straße einen Namen, der stärker mit der eigenen Wohngegend verbunden ist. In dem Brief werden zwei Persönlichkeiten als mögliche Alternativen genannt: der Künstler und Bildhauer Josef Zenzmaier, der im nahegelegenen Bildungshaus St. Virgil tätig war, sowie der Komponist und Organist Josef Friedrich Doppelbauer, der auf dem Friedhof von Salzburg-Aigen bestattet ist.







