Am Kreischberg im Bezirk Murau werden derzeit an der Talstation keine Liftkarten, sondern alte Liftsessel verkauft. Die Sessel stammen von einem Vorgängerlift aus den 1990er-Jahren und werden im Zuge des Neubaus einer Sesselbahn abgegeben. Käufer reisen dafür teils mehrere hundert Kilometer an, um ein Stück der alten Anlage zu erwerben.
Hintergrund des Verkaufs ist der geplante Umbau des Liftsystems am Kreischberg: Ab der kommenden Saison soll dort ein neuer Sessellift in Betrieb gehen, wodurch die bisherigen Sessel des alten Zweier-Sessellifts am Rosenkranz nicht mehr benötigt werden.
Alte Liftsessel vom Rosenkranz finden neue Besitzer
Der bisherige Zweier-Sessellift am Rosenkranz wurde 1994 errichtet und ist seither in Betrieb. Die Fahrt von der Talstation zur Bergstation dauerte mit dem alten Lift gut zwölf Minuten. Insgesamt stehen 220 Sessel zum Verkauf, die Betreiber verlangen dafür jeweils 150 Euro pro Stück.
Das Interesse an den historischen Sesseln reicht weit über die Region hinaus. Ein Käufer aus den Niederlanden nahm eine Fahrt von rund 1.200 Kilometern in Kauf, um sechs Sessel zu erwerben. Ein weiterer Interessent aus Bayern legte für den Kauf etwa 660 Kilometer zurück. Auch die Skicross-Läuferin Katrin Ofner sowie Dominik Obermaier aus St. Lambrecht zählen zu den Käufern der alten Liftsessel.
Der neue Lift, der die bisherige Anlage ersetzt, wird als Achtersesselbahn ausgeführt. Die Fahrzeit von der Talstation Rosenkranz zur Bergstation soll künftig nur noch vier Minuten betragen. Die neue Bahn ist für einen Transport von bis zu 4.000 Personen pro Stunde ausgelegt, wobei pro Sessel acht Personen befördert werden können. Für das Projekt ist ein Investitionsvolumen zwischen 18 und 20 Millionen Euro vorgesehen.
Wie der Austausch von Liftanlagen in Skigebieten üblicherweise abläuft
In österreichischen Skigebieten werden Liftanlagen in unregelmäßigen Abständen erneuert, um Kapazität, Komfort und Fahrzeit zu verbessern. Ältere Sessel- oder Schleppliftanlagen erreichen nach mehreren Jahrzehnten Betrieb häufig technische und wirtschaftliche Grenzen, weshalb Betreiber in vielen Fällen auf modernere Bahnsysteme umsteigen. Solche Vorhaben erfordern in der Regel umfangreiche Planungs- und Genehmigungsschritte, an denen neben dem Liftbetreiber auch Behörden, Sachverständige und technische Prüfstellen beteiligt sind.
Der Umbau eines Sesselliftes zu einer höherkapazitiven Bahn – etwa von einer Zweier- auf eine Achtersesselbahn – dient üblicherweise dazu, Wartezeiten an der Talstation zu verkürzen und größere Besucherzahlen gleichmäßiger zu befördern. Kürzere Fahrzeiten wirken sich zudem häufig positiv auf die Auslastung der Piste aus, da Gäste in gleicher Zeit mehr Abfahrten absolvieren können.
Die Investitionskosten für neue Liftanlagen variieren stark je nach Streckenlänge, Geländeform und technischer Ausstattung. Bei größeren Projekten bewegen sich die Summen häufig im Bereich von mehreren Millionen Euro, da neben der Seilbahntechnik auch Fundamente, Stationsgebäude und elektronische Steuerungssysteme neu errichtet oder angepasst werden müssen. Der laufende Betrieb während der Bauphase wird in vielen Fällen durch Ausweichrouten oder alternative Aufstiegshilfen sichergestellt.
Was mit ausgemusterten Liftsesseln häufig geschieht
Wenn Liftanlagen ersetzt werden, stellt sich für Betreiber regelmäßig die Frage, wie mit den ausgemusterten Sesseln umgegangen wird. Neben der fachgerechten Entsorgung entscheiden sich viele Skigebiete dazu, die alten Sessel an Interessierte zu verkaufen. Solche Verkaufsaktionen erfreuen sich in den vergangenen Jahren zunehmender Beliebtheit, da die Sessel häufig als Erinnerungsstück oder als Grundlage für individuelle Umbauten genutzt werden.
In vielen Fällen werden die historischen Sesselliftsessel zu Sitzmöbeln für den Garten oder die Terrasse umgestaltet. Auch der Bau von Schaukeln oder dekorativen Objekten zählt zu den gängigen Verwendungszwecken. Für Skigebiete bietet ein solcher Verkauf zudem die Möglichkeit, alte Anlagenteile sinnvoll weiterzugeben, anstatt sie zu verschrotten.
Hinweis zur Faktenprüfung
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