Befahrungsverbot für Ötztaler Ache nach Kläranlage-Schaden in Sölden

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Die Bezirkshauptmannschaft Imst hat für einen Teil der Ötztaler Ache ein Befahrungsverbot verhängt. Das Wassersportverbot gilt seit Donnerstag und betrifft Kanuten, Rafter und andere Wassersportler. Grund ist eine mögliche erhöhte bakterielle Belastung des Flusswassers, auf die aktuelle Wasserproben laut Land Tirol hindeuten.

Ursache für die Belastung sind unwetterbedingte Schäden an der Kläranlage Sölden Ende Juli. Nach den Schäden wurde Abwasser ungefiltert in die Ötztaler Ache eingeleitet. Seit gut einer Woche ist an der Anlage wieder eine Grobreinigung möglich.

Auswirkungen auf Raftingunternehmen im Ötztal

In der Region sind 14 Raftingunternehmen tätig. Sie müssen wegen des Verbots Touren absagen oder auf andere Gewässer ausweichen. Christian Schnöller, Geschäftsführer der Area47, berichtete, dass bis Mitte September noch rund 500 Gäste eine Tour gebucht hatten. Nach seinen Angaben gab es in den vergangenen drei Wochen Raftingbetrieb keine gesundheitlichen Beschwerden bei Gästen oder Guides.

Wassersportler weichen derzeit auf den Inn aus, etwa in der Imster Schlucht oder in Haiming.

Zustand der Kläranlage Sölden

Sölden Bürgermeister Ernst Schöpf, Mitglied der ÖVP, erklärte, dass durch die Kläranlage in 24 Stunden zwischen 4.000 und 6.000 Kubikmeter Wasser fließen. Die Wassermasse der Ötztaler Ache selbst liegt laut Schöpf bei etwa 50 Kubikmetern pro Sekunde. Die Anlage funktioniert nach seinen Angaben inzwischen teilweise wieder, grobe Verschmutzungen werden mittlerweile ausgefiltert. Für eine vollständige Reparatur müssen jedoch noch Ersatzteile angeliefert werden.

Funktionsweise kommunaler Kläranlagen

Kommunale Kläranlagen reinigen Abwasser üblicherweise in mehreren Stufen. Zunächst werden bei der mechanischen Reinigung grobe Feststoffe und Sand entfernt. In einer weiteren Stufe bauen Mikroorganismen organische Schadstoffe biologisch ab, bevor das gereinigte Wasser in Gewässer eingeleitet wird. Fällt eine dieser Stufen aus, etwa durch technische Defekte oder Unwetterschäden, kann Abwasser nur unzureichend gefiltert oder im Extremfall ungefiltert weitergeleitet werden.

Solche Ausfälle können die Wasserqualität von Flüssen und Bächen spürbar beeinträchtigen und zu einer erhöhten Konzentration von Bakterien führen. Behörden reagieren in vergleichbaren Fällen häufig mit Wasserproben und, bei Bedarf, mit vorübergehenden Nutzungsbeschränkungen für Freizeitaktivitäten am Wasser, um gesundheitliche Risiken für Badende oder Wassersportler zu vermeiden. Die Wiederherstellung der vollen Funktionsfähigkeit einer Kläranlage hängt dabei oft von der Verfügbarkeit passender Ersatzteile und dem Umfang der entstandenen Schäden ab.

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