Bergretter testen Biwaksack und Rettungsballon unter Extrembedingungen in Mallnitz

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

Dieses Thema Freunden empfehlen

In Mallnitz haben Bergretter und Feuerwehrleute zwei neue Hilfsmittel für alpine Notlagen unter realistischen Bedingungen getestet. Im Mittelpunkt standen ein leichter Biwaksack für mehrere Personen sowie ein Rettungsballon aus der Schweiz, der auch aus dichtem Wald heraus sichtbar gemacht werden soll.

Biwaksack und Rettungsballon im Praxistest

Getestet wurde zunächst der sogenannte „Bivy 4“, ein Biwaksack, der Platz für vier Personen bietet. Er wiegt rund 350 Gramm und kostet etwa 86 Euro. Entwickelt wurde er vom Österreichischen Alpenverein gemeinsam mit der Bergrettung und Bergführern.

Für den Test simulierte die Feuerwehr Mallnitz ein Unwetter. Ein Löschroboter erzeugte dabei Windgeschwindigkeiten von rund 80 km/h. Drei Bergretter suchten während der zehnminütigen Simulation mit Wind und Wasser Schutz im Biwaksack.

Als zweites Hilfsmittel kam ein sogenannter „Airmarker“ aus der Schweiz zum Einsatz. Dabei handelt es sich um einen Rettungsballon, der aus einem Zylinder aufsteigt. Der orangefarbene Ballon ist rund 44 Zentimeter groß, das Gerät wiegt etwa 890 Gramm und kostet rund 200 Euro. In der Nacht lässt sich der Ballon beleuchten. Im Test wurde geprüft, ob er sich auch zwischen Bäumen nach oben bewegen kann.

Ausrüstung für den Ernstfall im alpinen Gelände

Grundsätzlich zählen leichte Notfallausrüstungen zu den wichtigen Hilfsmitteln bei Rettungseinsätzen im alpinen Gelände. Ein geringes Gewicht ist dabei von Bedeutung, da Bergretter ihre Ausrüstung häufig über längere Strecken und in unwegsamem Terrain selbst tragen müssen. Biwaksäcke dienen in solchen Situationen dazu, verunglückte oder unterkühlte Personen vor Wind, Regen und Kälte zu schützen, bis weitere Hilfe eintrifft oder ein Abtransport möglich ist.

Auch die Sichtbarkeit von Verunglückten spielt bei Rettungseinsätzen eine zentrale Rolle. In dicht bewaldetem oder unübersichtlichem Gelände kann es für Rettungskräfte, die aus der Luft oder von benachbarten Erhebungen aus suchen, schwierig sein, Personen zu lokalisieren. Optische Signalgeber, die deutlich über die Vegetation hinausragen, sollen in solchen Fällen helfen, den genauen Standort schneller zu bestimmen.

Erprobung unter praxisnahen Bedingungen

Bei vergleichbaren Tests wird häufig versucht, reale Einsatzbedingungen möglichst genau nachzustellen, etwa durch künstlich erzeugten Wind oder Wasser. Dennoch können solche Simulationen die tatsächlichen Verhältnisse bei einem echten Wettereinbruch nicht in jedem Detail abbilden. Kaltes Wasser und tiefere Temperaturen, wie sie bei einem realen Gewitter im Hochgebirge auftreten können, stellen unter Umständen höhere Anforderungen an Material und Anwender als eine kontrollierte Testumgebung.