Blaualgen-Warnung im Kleinen See bei Lindau – Vorarlberger Ufer unauffällig
Im Kleinen See in Lindau ist eine Badewarnung wegen Blaualgen ausgesprochen worden. An der Wasseroberfläche waren grün-braune Schleimklumpen aufgetreten, bei denen es sich um benthische Cyanobakterien handelt – umgangssprachlich als Blaualgen bezeichnet. Das Gesundheitsamt Lindau rät vorsorglich vom Baden ab, bis weitere Untersuchungsergebnisse vorliegen.
Auf der Vorarlberger Seite des Bodensees gibt es derzeit keine vergleichbaren Auffälligkeiten. Das Umweltinstitut Vorarlberg hat bei den jüngsten Kontrollen der dortigen Badestellen keine entsprechenden Funde festgestellt.
Besondere Lage des Kleinen Sees
Der Kleine See ist ein sehr flacher und wenig durchströmter Bereich, der durch einen Bahndamm auf einer Seite vom restlichen Bodensee abgetrennt ist. Alexander Dürregger vom Umweltinstitut Vorarlberg schätzt ein, dass ein Herübertreiben der Algen von Lindau an die Vorarlberger Ufer sehr unwahrscheinlich sei. Sollten sich solche Cyanobakterien auf Vorarlberger Seite zeigen, wäre eine lokale Entstehung wahrscheinlicher als ein Einschwemmen aus dem Lindauer Bereich.
Niedriger Wasserstand, hohe Temperatur
In Bregenz wurde zuletzt ein Wasserstand von 325 Zentimetern gemessen – der niedrigste Wert zu dieser Jahreszeit seit Messbeginn. Gleichzeitig zählt die Wassertemperatur zu den höchsten, die um diese Jahreszeit je gemessen wurden.
Regelmäßiges Monitoring und Hinweise zu Blaualgen
Das Umweltinstitut Vorarlberg kontrolliert die Vorarlberger Badegewässer während der Saison regelmäßig. Im Rahmen des Badegewässermonitorings werden etwa alle drei Wochen Proben genommen. Kontrolliert werden unter anderem zehn Stellen am Bodensee sowie weitere Gewässer wie Baggerseen und Bereiche am Alten Rhein.
Blaualgen können Toxine bilden, müssen das aber nicht. Für Menschen gilt das Risiko in der Regel als gering, solange solche Algen nicht verschluckt werden. Für Tiere können Blaualgen gefährlich werden. Warum bestimmte Cyanobakterien giftige Stoffe produzieren und andere nicht, ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt. Dürregger geht davon aus, dass solche Vorkommnisse durch den Klimawandel künftig häufiger auftreten könnten.






