Der Bodensee verzeichnet einen historisch niedrigen Wasserstand für diese Jahreszeit. Der Pegel sinkt derzeit täglich um rund zwei Zentimeter und lag in der Bregenzer Bucht am Donnerstag bei 281 Zentimetern – der niedrigste Wert zu dieser Zeit seit Beginn der Messungen im Jahr 1864. Die Schifffahrt auf dem See ist davon bereits an einzelnen Stellen betroffen, während der Betrieb an den meisten Anlegestellen weiterläuft.
Zwei Anlegestellen für Vorarlberg Lines nicht mehr erreichbar
Seit dieser Woche kann die Anlegestelle Langenargen am deutschen Seeufer nicht mehr von Kursschiffen der Vorarlberg Lines angefahren werden. Auch die Anlegestelle Lochau ist für Rundfahrtschiffe weggefallen. Alle übrigen Häfen und Anlegestellen auf der Strecke Bregenz–Lindau–Meersburg–Konstanz bleiben befahrbar.
Der Bregenzer Hafen selbst ist mit dem aktuellen Pegelstand ohne Probleme nutzbar. Der Fahrbetrieb der Vorarlberg Lines von Bregenz nach Konstanz, Meersburg und zur Insel Mainau läuft im Normalbetrieb weiter.
Boote werden aus dem Wasser geholt
Im Yachtclub Wetterwinkel in Gaißau werden am Freitag 14 Segelboote aus dem Wasser geholt. Die betroffenen Boote haben aufgrund ihres Kiels einen Tiefgang von rund 1,60 Metern. Motorboote kommen dagegen mit einem Tiefgang von 60 bis 80 Zentimetern aus. Die Wassertiefe im Hafen Gaißau beträgt derzeit einen Meter, was für die tiefer liegenden Segelboote nicht mehr ausreicht.
Einige Bootsbesitzer am See haben bereits den Hafen gewechselt, um dem sinkenden Wasserstand auszuweichen.
Seegras erschwert die Fahrrinne in der Fußacher Bucht
Zusätzlich zum niedrigen Wasserstand macht starker Seegrasbewuchs der Schifffahrt zu schaffen. Aus der Fahrrinne in der Fußacher Bucht wurden rund drei Tonnen Seegras entfernt. Das Seegras wächst in diesem Jahr besonders stark.
Niedrigwasser als wiederkehrendes Thema am Bodensee
Grundsätzlich schwankt der Wasserstand des Bodensees im Jahresverlauf deutlich. Üblicherweise steigt der Pegel im Frühsommer durch die Schneeschmelze in den Alpen an, da der Rhein als wichtigster Zufluss dann besonders viel Wasser führt. Im Spätsommer und Herbst sinkt der Pegel in der Regel wieder, wenn die Schmelzwassermengen zurückgehen und gleichzeitig durch Verdunstung und Wasserentnahme mehr Wasser verloren geht als nachfließt.
Für die Berufs- und Freizeitschifffahrt ist der Wasserstand eine zentrale Rahmenbedingung. Anlegestellen und Häfen sind auf bestimmte Mindesttiefen ausgelegt. Sinkt der Pegel unter diese Werte, können einzelne Stationen nicht mehr sicher angefahren werden, ohne dass der übrige Schiffsverkehr grundsätzlich eingeschränkt werden muss. Bei anhaltendem Niedrigwasser sind in solchen Fällen häufig zunächst Boote mit größerem Tiefgang betroffen, etwa Segelyachten mit tief reichendem Kiel, während flachere Motorboote länger im Wasser bleiben können.
Auch der Bewuchs mit Wasserpflanzen wie Seegras hängt am Bodensee mit den jahreszeitlichen Bedingungen zusammen. In warmen und lichtreichen Sommern kann sich Unterwasservegetation stärker ausbreiten, was in Fahrrinnen regelmäßige Räumarbeiten notwendig macht, damit die nötige Durchfahrtstiefe erhalten bleibt.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.








