Bodensee-Pegel mehr als einen Meter unter Durchschnitt – Schifffahrt teilweise eingeschränkt
Der Bodensee verzeichnet derzeit ungewöhnlich niedrige Wasserstände. Am 9. Juli 2026 lag der Pegel bei 3,23 Metern – mehr als einen Meter unter dem langjährigen Durchschnitt für diese Jahreszeit. Als Ursache gilt die anhaltende Trockenheit der vergangenen Monate. Normalerweise erreicht der See Ende Juni durch Schmelzwasser aus den Alpen seine höchsten Stände der Saison.
Die Kursschifffahrt auf dem Bodensee ist nach aktuellem Stand nicht beeinträchtigt. Alle Anlegestellen und Häfen können weiterhin angefahren werden. Alexandro Rupp, Geschäftsführer von Vorarlberg Lines, erklärt, dass es ab einem Pegel von 2,85 Metern eng für die Schifffahrt werden könnte. Als erste betroffene Anlegestelle bei weiter sinkendem Wasserstand nennt er Langenargen. Die Häfen Bregenz, Lindau, Konstanz und Friedrichshafen sind ganzjährig befahrbar.
Einschränkungen am Alten Rhein
Stärker betroffen ist derzeit der Alte Rhein. Der Yachtclub Wetterwinkel in Gaißau, dessen Boote zunächst den Alten Rhein befahren müssen, bevor sie den Bodensee erreichen, meldet erhebliche Einschränkungen. Laut Norbert Zünd vom Yachtclub liegt der Wasserstand im Alten Rhein derzeit bei 1,35 Metern. Auslaufen können damit nur noch Boote mit geringem Tiefgang.
Die Auswirkungen auf den Bootsbetrieb sind spürbar: Während der Yachtclub Wetterwinkel in einer normalen Saison rund 500 Gästeboote verzeichnet, sind es derzeit nur etwa 30. Die Schweizer Kursschifffahrt auf dem Alten Rhein ist eingestellt; die Strecke zwischen Rorschach und Rheineck kann nicht befahren werden.








