Nach der partiellen Sonnenfinsternis am Mittwochabend gibt es Kritik am Verkehrsablauf auf dem Salzburger Gaisberg. Zahlreiche Besucher hatten den Hausberg der Stadt Salzburg aufgesucht, um das Himmelsschauspiel zu beobachten. Anschließend kam es beim Abtransport der Menschenmengen zu Verzögerungen, was inzwischen Debatten über die Organisation des Verkehrs auf dem Berg ausgelöst hat.
Kritik an Busangebot nach dem Himmelsschauspiel
Die Gaisbergstraße war ab der Zistelalm für den Individualverkehr gesperrt, die Sperre galt bis 20.30 Uhr. Für den Transport ins Tal und zurück in die Stadt Salzburg stand die Buslinie 151 zur Verfügung. Fahrgäste kritisieren, dass zu wenig Busse eingeplant gewesen seien, um die große Zahl an Besuchern zu bewältigen.
Busbetreiber Albus verweist darauf, dass zu den vier planmäßigen Talfahrten am Mittwochabend vier weitere Fahrten eingeschoben wurden. Gleichzeitig musste das Unternehmen an diesem Abend 56 Busse für Fußballfans bereitstellen, die zum Supercup-Finale im Stadion Kleßheim unterwegs waren. Laut Albus erschwerten zudem parkende Autos entlang der Gaisbergstraße den Busverkehr.
Der städtische Gaisberg-Koordinator Florian Kreibich (ÖVP) verteidigte die Entscheidung, die Straße für den Individualverkehr zu sperren. Diese Maßnahme sei wichtig und richtig gewesen. Ein Teil der Besucher des Naherholungsgebietes trat den Weg ins Tal schließlich zu Fuß über Wanderwege an.
Andrang bei einem seltenen Himmelsereignis
Die partielle Sonnenfinsternis am Mittwochabend hatte in Salzburg landesweit Zehntausende Menschen angezogen, bundesweit verfolgten Hunderttausende das Naturschauspiel. Der Gaisberg gilt als beliebter Aussichtspunkt über der Stadt Salzburg und zieht bei besonderen Anlässen regelmäßig viele Besucher an, da er einen freien Blick über das Umland bietet.
Grundsätzlich stellen solche kurzfristigen Großereignisse Verkehrsplaner vor besondere Herausforderungen. Anders als bei wiederkehrenden Veranstaltungen mit bekannten Besucherzahlen lässt sich der Andrang bei einmaligen Naturphänomenen im Vorfeld nur schwer einschätzen. Behörden und Verkehrsbetriebe müssen dabei kurzfristig entscheiden, wie viele zusätzliche Kapazitäten sinnvoll und tatsächlich verfügbar sind.
Sperrungen für den Individualverkehr an stark frequentierten Ausflugszielen dienen üblicherweise dazu, Rückstaus durch parkende oder wartende Fahrzeuge zu vermeiden und den Verkehrsfluss für Busse und Einsatzfahrzeuge aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig steigt dadurch der Druck auf den öffentlichen Nahverkehr, der die gesamte Besucherzahl auffangen muss. Kommt es wie in diesem Fall zusätzlich zu parallelen Großveranstaltungen, die ebenfalls auf dieselben Busunternehmen und Fahrzeugflotten angewiesen sind, können sich die verfügbaren Kapazitäten weiter verknappen.
In derartigen Situationen greifen Besucher häufig auf Wanderwege als Alternative zurück, um trotz voller Busse oder längerer Wartezeiten ins Tal zu gelangen. Das setzt allerdings entsprechende Kondition und geeignetes Schuhwerk voraus und ist nicht für alle Besuchergruppen gleichermaßen praktikabel.







