Dachstein-Gletscher schmelzen rasant – Normalroute wird zur Gefahrenzone

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Die Gletscher am Dachstein verlieren weiter an Substanz. Die Gletscherforscherin Andrea Fischer, die ein Arbeitsteam der Akademie der Wissenschaften leitet, dokumentiert an Gosaugletscher und Hallstätter Gletscher deutliche Veränderungen im Eiskörper. Parallel dazu berichtet der staatlich geprüfte Berg- und Skiführer Günter Karnutsch von zunehmenden Gefahren für Bergsteiger auf der Normalroute zum Dachstein.

Fischer ist selbst Bergsteigerin und war früher eine preisgekrönte Eiskletterin. Ihre Beobachtungen stützen sich unter anderem auf Flugaufnahmen, die Gerald Lehner am 8. und 9. September 2026 angefertigt hat.

Dunkle Ablagerungen auf dem Gosaugletscher

Der Große Gosaugletscher war über Jahrhunderte vom Salzburger Zentralraum aus sichtbar. Heute besitzt er nur noch eine dünne Zunge. Auf seiner Oberfläche liegen alte Schotter-, Sand- und Staubpartikel, die den Gletscher stellenweise dunkel erscheinen lassen. Diese Beläge bestehen aus Saharastaub, Pollen, Gesteinsstaub und Sand. Die Partikel wurden durch Lawinen und Steinschlag aus den Westwänden oberhalb des Gletschers abgeschliffen und über lange Zeiträume auf die Eisoberfläche verfrachtet.

Der Gosaugletscher reicht nicht so weit in den Untergrund hinein wie der benachbarte Hallstätter Gletscher. Um das Jahr 1850 hatte er noch eine deutlich größere Ausdehnung als heute.

Rasante Veränderungen am Hallstätter Gletscher

Am Hallstätter Gletscher ist der Winterschnee mittlerweile bis ganz nach oben vollständig abgeschmolzen. Schmelzwasser rinnt zu allen Tages- und Nachtzeiten bis in die obersten Bereiche des Eiskörpers hinein. Dadurch gleitet das Eis schneller auf seinem Untergrund, die Oberfläche ist von immer mehr Spalten durchzogen. Stellenweise reicht der Gletscher tief in den karstigen Untergrund der Nordflanke hinein.

Der Schladminger Gletscher auf dem Ostteil des Dachsteinmassivs ist inzwischen vom übrigen Eiskörper abgetrennt.

Erschwerter Zugang über die Normalroute

Die Besteigung des Dachsteins über die Normalroute von Norden ist nach Einschätzung von Günter Karnutsch, der als Bergretter und für die Kletterschule Salzburg Alpin tätig ist, in den vergangenen Jahren gefährlicher geworden. In den obersten Steilbereichen des Gletschers fehlt mittlerweile der Firn vollständig. Als Alternative zur Normalroute ist der Klettersteig über die Ostschulter ausgebaut.

Doch auch dort verändert sich das Gelände von Jahr zu Jahr. Die Randkluft beim Einstieg zum Klettersteig verschiebt sich fortlaufend, Schneebrücken über der Kluft werden schmaler und brechen zusammen. Der Massen- und Dickenverlust des Eises am Einstiegsbereich beträgt mittlerweile mehrere Meter. Der erste Sicherungspunkt des Klettersteigs ist inzwischen nur noch für sehr gute und trittsichere Alpinisten erreichbar. Auf dem freiliegenden Blankeis sammeln sich zudem immer mehr lose Felstrümmer und Geröll. Ein Foto vom Klettersteig-Einstieg, das Karnutsch am 28. August 2026 aufgenommen hat, dokumentiert diese Situation.

Das Dachsteinmassiv und seine Gipfel

Der Torstein bildet den westlichen Pfeiler des Dachsteinmassivs. Er liegt im Gemeindegebiet von Filzmoos im Pongau und gehört neben Oberösterreich auch zum Land Salzburg. Zusammen mit dem Niederen Dachstein und dem Hohen Dachstein prägt er die markante Gipfelgruppe, die die Landesgrenze zwischen Salzburg, Oberösterreich und der Steiermark säumt.

Gletscher als empfindliche Klimaarchive

Gletscher reagieren grundsätzlich sehr sensibel auf Veränderungen der Lufttemperatur und der Niederschlagsmenge. Schneefall im Winter baut die Eismasse auf, während Schmelzprozesse im Sommer sie abbauen. Bleibt der winterliche Neuschnee aus oder fällt er zu gering aus, kann die sommerliche Schmelze nicht ausgeglichen werden, und der Gletscher verliert netto an Substanz. Besonders bei kleineren Gletschern in mittleren Höhenlagen wie im Dachsteingebiet macht sich dieser Effekt vergleichsweise rasch bemerkbar, da die Eismassen dünner sind und weniger Reserven bieten als große Gletscher in höheren alpinen Lagen.

Die dunklen Ablagerungen auf Gletscheroberflächen, wie sie auch am Gos