Die 78. Herbstmesse in Dornbirn ist am Sonntag nach fünf Tagen zu Ende gegangen. Unter dem Motto „Schnattern, schnabulieren, schauen“ kamen 30.115 Besucherinnen und Besucher, rund 4.000 weniger als im Vorjahr. Auch die Zahl der Aussteller ging zurück, von 300 auf 220. Für Geschäftsführer Nilly Nail war es die erste Herbstmesse in dieser Funktion.
Weniger Besucher und Aussteller bei größerer Fläche
Die Herbstmesse wurde heuer erstmals auf rund 30.000 Quadratmetern veranstaltet, aufgeteilt in 15.000 Quadratmeter Hallenfläche und 15.000 Quadratmeter Freifläche. Trotz der vergrößerten Fläche sank die Besucherzahl gegenüber dem Vorjahr um 4.000 auf 30.115. Auch die Ausstellerzahl fiel deutlich, von 300 auf 220. Nail sprach von einem Dreijahresprozess, mit dem die Herbstmesse neu ausgerichtet werden solle.
Kritik äußerten Besucherinnen und Besucher an der Selbstbedienung im Wirtschaftszelt. Am Sonntag gab es dort zeitweise nichts zu essen. Nail kündigte an, das Gastrokonzept der Messe neu aufzusetzen. Die Umsetzung des neuen Konzepts ist für Mitte 2028 vorgesehen.
Als positiv bewertete Nail die Bereiche Einrichtung sowie Genuss mit Winzern, die aus seiner Sicht gut funktionierten. Neu im Programm war in diesem Jahr ein Bereich im Freigelände mit Hüpfburg und Schaustellern. Die Messe will nach den Worten Nails künftig weiterhin auf die Bereiche Wohnen, Einrichtung und Genuss setzen.
Herausforderungen für traditionelle Verbrauchermessen
Regionale Verbrauchermessen wie die Herbstmesse in Dornbirn stehen grundsätzlich vor der Aufgabe, ein möglichst breites Publikum anzusprechen und gleichzeitig für Ausstellerinnen und Aussteller wirtschaftlich attraktiv zu bleiben. Üblicherweise setzen solche Veranstaltungen auf eine Mischung aus Handel, Gastronomie, Unterhaltung und thematischen Schwerpunkten, um unterschiedliche Zielgruppen über mehrere Messetage hinweg zu binden.
Bei vergleichbaren Veranstaltungen spielt die Gastronomie eine zentrale Rolle für die Aufenthaltsdauer und Zufriedenheit der Besucher. Verpflegungsangebote müssen dabei üblicherweise so organisiert sein, dass sie auch bei schwankendem Besucheraufkommen über mehrere Tage hinweg zuverlässig funktionieren. Ausfälle im Verpflegungsbereich können sich unmittelbar auf die Wahrnehmung einer gesamten Veranstaltung auswirken, da Gastronomie häufig ein fester Bestandteil des Messebesuchs ist.
Auch die Flächenplanung gehört zu den grundlegenden Organisationsfragen von Messeveranstaltern. Eine Vergrößerung der Ausstellungsfläche bedeutet nicht zwangsläufig mehr Besucherinnen und Besucher oder mehr Aussteller, da sich Angebot und Nachfrage unabhängig von der reinen Flächengröße entwickeln können. Messegesellschaften stehen daher regelmäßig vor der Aufgabe, Flächenkonzepte, Ausstellerstruktur und Programmangebot aufeinander abzustimmen.
Mehrjährige Neuausrichtungsprozesse, wie sie für die Dornbirner Herbstmesse angekündigt wurden, sind bei traditionsreichen Messeformaten kein unübliches Vorgehen. Solche Prozesse umfassen häufig schrittweise Anpassungen bei Ausstellerstruktur, Programmgestaltung und Serviceangeboten, um eine Veranstaltung an veränderte Besuchererwartungen anzupassen, ohne etablierte und funktionierende Bereiche grundlegend zu verändern.







