Zwei deutsche Klettersteiggeher sind in der Nacht auf Sonntag aus einer Gletscherspalte auf dem Hohen Dachstein gerettet worden. Die beiden Bergsteiger waren 15 Meter tief in die Spalte gestürzt und überlebten schwer verletzt. Der Rettungseinsatz dauerte zehn Stunden.
Zehn Stunden im Einsatz am Hallstätter Gletscher
Die beiden deutschen Bergsteiger stürzten am Hohen Dachstein 15 Meter tief in eine Gletscherspalte. Rettungskräfte konnten sie in der Nacht auf Sonntag bergen. Beide überlebten den Sturz, erlitten dabei jedoch schwere Verletzungen.
Der Einsatz zur Rettung der beiden Männer erstreckte sich über zehn Stunden. Beteiligt waren die Bergrettung Steiermark und die Alpinpolizei.
Rückgang der Eismasse am Hallstätter Gletscher
Messungen am Hallstätter Gletscher belegen einen deutlichen Rückgang der Eismasse in den vergangenen Jahren. Seit 2006 hat der Gletscher rund ein Drittel seines Eises verloren. Im vergangenen Messjahr schmolzen mehr als sechs Millionen Kubikmeter Eis. Über die gesamte Gletscherfläche gerechnet entspricht dieser Verlust einer etwa drei Meter dicken Wasserschicht.
Bereits Anfang Juli war laut den Messungen mehr als ein Drittel der Gletscherfläche völlig schneefrei. Die Alpinpolizei gibt an, dass die schneearme Zone mittlerweile bis auf etwa 2.800 Meter Seehöhe reicht. Diese Situation trat heuer rund drei Wochen früher ein als in den Jahren zuvor.
Gletscherspalten und ihre Gefahren
Gletscherspalten entstehen durch Spannungen im Eis, wenn sich der Gletscher über unebenen Untergrund bewegt oder unterschiedlich schnell fließt. Besonders tückisch sind sie, wenn sie durch eine dünne Schneedecke überdeckt und dadurch von der Oberfläche aus nicht erkennbar sind. Bei sinkender Schneebedeckung können solche Spalten zwar sichtbarer werden, gleichzeitig verändert sich mit dem Rückgang der Eismasse aber auch die Gletscheroberfläche insgesamt, sodass sich Spaltensysteme im Lauf der Zeit verschieben und neu bilden können.
Bergsteiger und Klettersteiggeher, die Gletscher queren, sichern sich üblicherweise mit Seil und weiterer Ausrüstung, um im Fall eines Einbruchs nicht ungebremst in die Tiefe zu stürzen. Bergrettungsorganisationen und Alpinpolizei sind auf solche Rettungseinsätze in schwer zugänglichem, alpinem Gelände spezialisiert. Je nach Tiefe der Spalte, Witterung und Zugänglichkeit können sich derartige Einsätze, wie am Hohen Dachstein, über mehrere Stunden erstrecken.








