Dürre in Oberösterreich: 260 LKW-Ladungen Heu aus Deutschland und Osteuropa für notleidende Bauern

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Ein Landwirt aus Neumarkt im Mühlkreis hat vier LKW-Ladungen Heu bestellt und geliefert bekommen. Christian Friesenecker bewirtschaftet einen Betrieb mit 40 Kühen und musste heuer zwei Grünschnitte ausfallen lassen. Ohne zusätzliches Futter hätten seine Vorräte nur bis November gereicht. Möglich wurde die Lieferung durch ein Netzwerk, das das Land Oberösterreich gemeinsam mit landwirtschaftlichen Organisationen aktiviert hat. Bisher wurden darüber mehr als 260 LKW-Ladungen an von der Dürre betroffene Bauern ausgeliefert.

Lieferungen aus Deutschland und Osteuropa

Das Heu für die Notversorgung wird unter anderem in Osteuropa und in Deutschland gekauft. Ein Teil der Lieferungen stammt aus Magdeburg und Leipzig. Andreas Lidauer von der Raiffeisen Ware Austria (RWA) ist an der Organisation dieser Käufe beteiligt. Der ORF Oberösterreich war bei einer der ersten Auslieferungen im Rahmen des Netzwerks vor Ort.

Neben den zugekauften Mengen aus dem Ausland tragen auch heimische Ackerbauern zur Versorgung bei. Sie haben insgesamt 350 Hektar Ackerbaufläche zur Verfügung gestellt, auf denen Grünfutter angebaut wurde. Viele von ihnen haben zudem ihren Körnermais kurzerhand als Silomais bereitgestellt, um den Bedarf der Tierhalter zu decken. Roman Braun vom Maschinenring ist ebenfalls Teil des Netzwerks, das die Futterhilfe koordiniert.

Die Kosten für die Landwirte sind dabei deutlich gestiegen. Aufgrund der Trockenheit in weiten Teilen Europas liegen die Preise für Heu derzeit doppelt so hoch wie in einem durchschnittlichen Jahr. Agrarlandesrätin Michaela Langer-Weninger von der ÖVP ist für die Organisation der Unterstützung auf Landesebene mitverantwortlich.

Wenn Grünschnitte ausbleiben

Grünland wird in der Rinderhaltung üblicherweise mehrmals im Jahr gemäht, um ausreichend Heu und Silage für die Wintermonate einzulagern. Bleibt ein Schnitt aufgrund von Trockenheit aus, fehlt entsprechend ein Teil der Jahresmenge, die für die Fütterung der Tiere über den Winter benötigt wird. Da sich dieser Ausfall nicht kurzfristig durch zusätzliches Wachstum ausgleichen lässt, sind betroffene Betriebe häufig auf Zukäufe angewiesen.

Bei überregionalem oder grenzüberschreitendem Futtermangel wird Heu üblicherweise dort eingekauft, wo die Ernte besser ausgefallen ist. Das kann sowohl innerhalb eines Landes als auch im benachbarten Ausland der Fall sein. Der Transport größerer Mengen erfolgt in solchen Fällen meist per LKW, da Heu und Silage sperrig sind und in großen Mengen benötigt werden. Gleichzeitig steigen bei überregionaler Trockenheit die Preise, weil die Nachfrage in mehreren Regionen gleichzeitig zunimmt, während das Angebot begrenzt bleibt.

Landwirtschaftliche Organisationen wie Maschinenringe oder Genossenschaften übernehmen bei solchen Engpässen häufig eine koordinierende Funktion. Sie bündeln Angebot und Nachfrage, vermitteln zwischen Betrieben mit Überschüssen und jenen mit Bedarf und organisieren größere Sammelbestellungen, um Transport- und Beschaffungswege effizienter zu gestalten. Auch Ackerflächen, die ursprünglich für andere Kulturen vorgesehen waren, können in solchen Situationen kurzfristig für den Anbau von Grünfutter oder für die Nutzung als Silomais umgewidmet werden.

Langfristig setzen manche Betriebe auf Anpassungen bei der Grünlandbewirtschaftung, um für künftige Trockenperioden besser gerüstet zu sein. Dazu zählt etwa die gezielte Nachsaat von Gräsern und Kräutern, die auch bei geringeren Niederschlagsmengen widerstandsfähig bleiben. Auch Christian Friesenecker verfolgt diesen Ansatz und versucht, seine Wiesen durch eine entsprechende Nachsaat auf kommende trockene Phasen vorzubereiten.

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