Eltern warnen zum Schulstart vor offener Drogenszene in Mariahilfer Parks

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Zum Schulbeginn am Montag haben Eltern in Mariahilf erneut auf Probleme mit der offenen Drogenszene in mehreren Parks des Bezirks hingewiesen. Konkret genannt wurden der Minna-Lachs-Park und der Hubert-Marischka-Park, in denen Eltern von Suchtkranken berichten, die sich dort Substanzen spritzen. Auch liegen gelassene Spritzen wurden mehrfach beobachtet.

Die Sorgen der Eltern stehen im Zusammenhang mit dem nahegelegenen Suchtzentrum Jedmayer am Gumpendorfer Gürtel. Rund um die Einrichtung wurden im Frühling 2026 bereits eine Nachtsperre sowie eine Schutzzone im Fritz-Imhoff-Park eingerichtet.

Berichte aus Mariahilfer Parks am ersten Schultag

Im Minna-Lachs-Park schilderten Eltern, dass sie Menschen beim Konsum von Drogen im Freien beobachtet hätten. Auch Kinder berichteten, gesehen zu haben, wie sich Menschen in den Parks etwas spritzten. Im Hubert-Marischka-Park sprachen Eltern ebenfalls von Problemen mit Suchtkranken im Bereich der Grünanlage.

Ein Vater schilderte zudem einen Vorfall, bei dem eine Person seinen Sohn verfolgt und offenbar bis zur Schule begleiten wollte. Bereits im Juni hatte eine Bürgerversammlung stattgefunden, bei der Anrainerinnen und Anrainer ihre Erfahrungen mit der Situation rund um das Suchtzentrum schildern konnten. Dabei wurde unter anderem eine Videoüberwachung im Umfeld der Einrichtung diskutiert. Der entsprechende Vorschlag scheiterte jedoch an der Abstimmung im Bezirksparlament.

Bezirksvorsteherin Julia Lessacher (SPÖ) kritisierte in diesem Zusammenhang eine aus ihrer Sicht fehlende Unterstützung durch die Polizei. Sie verwies zugleich darauf, dass eine Videoüberwachung nicht in die Zuständigkeit des Bezirks falle, sondern Sache der Polizei sei.

Situation am Westbahnhof und im neuen Sophienpark

Auch im Nachbarbezirk Neubau ist die Situation rund um Suchtproblematik und öffentlichen Raum Thema. Der Sophienpark, der sich nahe dem Westbahnhof befindet, wurde im Juni 2026 neu eröffnet. Am Westbahnhof selbst gelten seit Mai 2026 ein Alkoholverbot sowie eine Schutzzone.

Ende Juni wurde in einer Sitzung der Bezirksvertretung Neubau darüber diskutiert, das Alkoholverbot und die Schutzzone auf den Sophienpark auszuweiten. Bezirksvorsteher Markus Reiter (Grüne) stellte dazu klar, dass die Entscheidung über eine solche Ausweitung nicht beim Bezirk, sondern bei der Stadt Wien liege.

Am ersten Schultag zeigte sich der Sophienpark unauffällig. Zwei Lehrer äußerten dennoch die Vermutung, dass sich Teile der Szene vom Westbahnhof oder vom Suchtzentrum Jedmayer in den neu gestalteten Park verlagern könnten.

Zuständigkeiten zwischen Bezirk, Stadt und Polizei

Maßnahmen wie Schutzzonen, Alkoholverbote oder Videoüberwachung im öffentlichen Raum unterliegen in Wien unterschiedlichen Zuständigkeiten. Grundsätzlich können Bezirke zwar Anliegen formulieren und in ihren Gremien darüber beraten, die eigentliche Anordnung solcher Maßnahmen liegt jedoch häufig bei übergeordneten Stellen wie der Stadt Wien oder der Polizei. Das betrifft insbesondere die Einrichtung von Schutzzonen nach dem Sicherheitspolizeigesetz sowie den Einsatz von Videoüberwachung im öffentlichen Raum.

Bezirksvertretungen können in der Regel Beschlüsse fassen und politischen Druck aufbauen, verfügen aber nicht über eigene exekutive Befugnisse. Für die Umsetzung konkreter Sicherheitsmaßnahmen sind meist Verhandlungen zwischen Bezirk, Magistrat und Polizei notwendig. Diese Struktur erklärt, warum Anliegen aus der Bevölkerung, etwa nach mehr Kontrollen oder technischer Überwachung, nicht unmittelbar von den jeweiligen Bezirksvorstehungen umgesetzt werden können, selbst wenn diese die Anliegen politisch unterstützen.

Auch die Betreuung von Suchtkranken im öffentlichen Raum ist in der Regel Aufgabe mehrerer Institutionen gleichzeitig. Neben sozialarbeiterischen Einrichtungen sind häufig Gesundheitsbehörden, Ordnungsdienste und die Polizei eingebunden, wobei die Abstimmung zwischen diesen Stellen in der Praxis oft eine zentrale Herausforderung darstellt.