Wegen anhaltender Trockenheit und Hitze muss die Erichhütte am Hochkönig im Pinzgau am Wochenende ihren Betrieb einschränken. Bereits am kommenden Tag soll die Hütte ganz schließen. Grund ist fehlendes Wasser, mit dem Gäste versorgt und die Sanitäranlagen betrieben werden könnten.
Trockene Quelle zwingt Erichhütte zur Schließung
Ludwig Bürgler von der Erichhütte berichtet, dass die Quelle oberhalb der Hütte kein Wasser mehr führt. Er musste deshalb Gästen absagen, weil die Versorgung nicht mehr gewährleistet werden konnte.
Nur wenige Kilometer entfernt zeigt sich die Lage anders: Die Bürglalm, für die Anton Bürgler zuständig ist, verfügt über ausreichend Wasser. Auch das Happisch-Haus musste zeitweise geschlossen werden, wurde inzwischen aber mit Trinkwasser versorgt. Der Alpenverein spricht von einem insgesamt großen Andrang auf den Almen in dieser Saison.
Ein anderes Bild zeigt sich an der Dientalm in Mühlbach im Pongau. Almbauer Rudolf Nussbaumer freut sich dort über viele Gäste. Er weist zugleich darauf hin, dass Landwirte und Almbauern generell von der aktuellen Trockenheit und Dürre betroffen sind. Bewirtschaftete Hütten müssen zum Teil vorübergehend zusperren oder können ihre Sanitäranlagen nicht in Betrieb halten. Auch auf den Wegen ist die Trockenheit sichtbar, und sie ist unter Wanderern auf den Hütten ein Gesprächsthema.
Wasserversorgung in alpinen Lagen
Almhütten in hochalpinem Gelände beziehen ihr Wasser meist aus Quellen, die von Schneeschmelze und Niederschlag gespeist werden. Fällt über längere Zeit wenig Regen, sinkt der Grundwasserspiegel in diesen Lagen rasch, da es kaum größere Speicherreservoirs gibt wie im Tal. Anders als bei Betrieben mit Anschluss an ein zentrales Leitungsnetz sind viele Hütten auf eine einzige Quelle oder Zisterne angewiesen. Versiegt diese, bleibt oft nur der aufwendige Transport von Trinkwasser per Hubschrauber oder Fahrzeug, wie er in einzelnen Fällen bereits notwendig war.
Die Wassersituation kann dabei auf engem Raum sehr unterschiedlich ausfallen. Faktoren wie Hangneigung, Gesteinsbeschaffenheit, Höhenlage und die genaue Position der Quelle entscheiden darüber, ob eine Hütte auch in trockenen Sommern ausreichend versorgt ist oder nicht. Das erklärt, warum benachbarte Hütten in derselben Region von der Trockenheit unterschiedlich stark betroffen sein können.
Bedeutung für die Almwirtschaft
Almen erfüllen neben der touristischen Bewirtung auch eine landwirtschaftliche Funktion. Vieh wird während der Sommermonate auf die Hochweiden gebracht, wo es sich von Bergwiesen ernährt. Anhaltende Trockenheit wirkt sich hier gleich doppelt aus: Zum einen wachsen die Weideflächen schlechter nach, zum anderen wird die Wasserversorgung für die Tiere selbst zur Herausforderung. Almbauern und Hüttenwirte sind in solchen Sommern deshalb oft gleichzeitig mit organisatorischen und wirtschaftlichen Fragen konfrontiert, die von der Wasserversorgung der Gäste bis zur Versorgung des Viehbestands reichen.






