Erneutes Erdbeben bei Hall in Tirol – Bevölkerung spürte Zittern und Grollen

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Bei Hall in Tirol hat es am Mittwochabend erneut die Erde bewegt. Der Erdbebendienst der GeoSphere Austria registrierte am 30. September 2026 um 18.16 Uhr ein Erdbeben mit einer Magnitude von 1,9. Das Epizentrum lag nordöstlich der Stadt Hall zwischen den Gemeinden Absam und Mils im Bezirk Innsbruck-Land.

Zittern und Grollen bei Absam und Mils

Nach Angaben der GeoSphere Austria nahmen Menschen in der Region ein Zittern und Grollen wahr. Gegenstände hätten sich leicht bewegt. Schäden seien bei einer Magnitude von 1,9 jedoch nicht zu erwarten, teilte der Erdbebendienst mit.

Der Erdbebendienst ersucht die Bevölkerung nun um Rückmeldungen zu den Auswirkungen des Bebens. Solche Meldungen können über ein Webformular, die App „Quake Watch Austria“ oder per Post an die GeoSphere Austria übermittelt werden.

Es handelt sich nicht um ein isoliertes Ereignis: Im Tiroler Zentralraum kam es in den vergangenen zwei Monaten bereits mehrfach zu Erdbeben mit einer Magnitude von 1,9 oder höher. Am vergangenen Samstag war im Großraum Innsbruck ein deutlich stärkeres Beben mit einer Magnitude von 3,6 registriert worden.

Seismische Aktivität im Alpenraum

Der Tiroler Zentralraum zählt grundsätzlich zu den seismisch aktiveren Regionen Österreichs. Die Alpen entstanden durch die Kollision der afrikanischen mit der eurasischen Kontinentalplatte, und dieser geologische Prozess hält in abgeschwächter Form bis heute an. Dadurch kommt es in verschiedenen Teilen des Alpenbogens immer wieder zu kleineren tektonischen Spannungsentladungen, die sich als leichte Erdbeben bemerkbar machen.

Die Stärke eines Erdbebens wird üblicherweise anhand der Magnitude angegeben, die Rückschlüsse auf die freigesetzte Energie zulässt. Beben mit einer Magnitude im Bereich von 1 bis 2 gelten allgemein als sehr schwach und werden häufig nur von einem Teil der Bevölkerung überhaupt wahrgenommen. Spürbare Erschütterungen wie ein Zittern von Gegenständen oder ein Grollen können dennoch auftreten, ohne dass daraus eine Gefährdung für Gebäude oder Personen entsteht. Erst ab deutlich höheren Magnituden steigt üblicherweise das Risiko für Schäden an Bauwerken.

Erfassung durch die GeoSphere Austria

Die GeoSphere Austria betreibt ein Netz seismologischer Messstationen, mit dem Erdbeben im gesamten Bundesgebiet erfasst und lokalisiert werden. Neben den automatisch gemessenen physikalischen Daten wie Zeitpunkt, Stärke und Epizentrum sind für die Forschung auch subjektive Wahrnehmungen der Bevölkerung von Bedeutung. Solche Rückmeldungen helfen dabei, die tatsächliche Intensität eines Bebens an der Erdoberfläche besser einzuschätzen, da diese von der reinen Magnitude abweichen kann und auch von Faktoren wie Untergrundbeschaffenheit oder Entfernung zum Epizentrum abhängt. Die Möglichkeit, Beobachtungen über Formulare oder eine eigene App zu melden, ist daher ein fester Bestandteil der seismologischen Beobachtung in Österreich.