Fähre in Angern an der March wegen Niedrigwasser außer Betrieb
Die Fähre in Angern an der March (Bezirk Gänserndorf), die Österreich mit der Slowakei verbindet, ist seit Sonntag, 28. Juni, 14.30 Uhr gesperrt. Grund ist der zu niedrige Wasserstand der March.
Laut viadonau betrug der Pegelstand am Donnerstag um 18.30 Uhr 69 Zentimeter auf österreichischer Seite. Für den Fährbetrieb werden dort mindestens 85 Zentimeter benötigt. Auf slowakischer Seite lag der Wasserstand bei 22 Zentimetern – erforderlich wären 50 Zentimeter.
Erhebliche Umwege für Pendler und Anrainer
Normalerweise überqueren laut Bürgermeister Robert Meißl (SPÖ) täglich 700 bis 800 Fahrzeuge die March mit der Fähre, die sechs Pkw gleichzeitig befördern kann. Eine Fahrt dauert etwa fünf Minuten. Ohne Fähre ist ein Umweg von mehr als 100 Kilometern notwendig, die Fahrt verlängert sich auf rund 50 Minuten.
Die einzige Brücke über die March auf einer Länge von knapp 70 Kilometern befindet sich in Hohenau an der March, knapp 30 Kilometer von Angern entfernt. Diese ist zudem täglich zwischen Mitternacht und 05.00 Uhr morgens gesperrt. Gerhard Küssler, Landwirt aus Grub an der March, beschäftigt fünf Mitarbeiter aus der Slowakei und ist von der Sperrung unmittelbar betroffen.
Fährbetrieb liegt in slowakischer Verantwortung
Für den Betrieb der Fähre und dessen Finanzierung ist die slowakische Ortschaft Záhorská Ves zuständig. Eine Volksbefragung aus dem Jahr 2014 hatte einen Korridor südlich von Angern im Bereich der Zwerndorfer Grenze als bevorzugten Standort für eine mögliche Brücke festgelegt.
WWF verweist auf weit verbreitetes Niedrigwasser
Der WWF hatte Anfang Juni besseren Schutz der Flüsse gefordert und auf zahlreiche Niedrigstände heimischer Gewässer hingewiesen. Im Mai verzeichneten demnach neun von zehn Pegelmessstellen Niedrigwasser.







