Fast täglich ein Übergriff auf ÖBB-Zugpersonal in Österreich
Von 2020 bis 2025 wurden in Österreich 1.834 Übergriffe auf Zugpersonal registriert. Das geht aus der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der FPÖ an Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) hervor. Die Zahl entspricht im Schnitt fast einem Vorfall pro Tag.
In Niederösterreich wurde zuletzt eine Jugendbande gefasst, die auf der Traisentalbahn für mehrere Zwischenfälle gesorgt hatte. Dabei hatte ein 14-Jähriger einen Schaffner ins Gesicht geschlagen.
Alltag eines Zugbegleiters
Dennis Pop arbeitet seit fünf Jahren als Zugbegleiter und hat bereits unangenehme Situationen erlebt. Fahrgäste ohne Ticket gebe es nach seinen Angaben fast jeden Tag, ein Vorfall, der einen Polizeieinsatz erfordere, komme etwa einmal im Jahr vor. Am Montagvormittag begleitete noe.ORF.at Pop bei seinem Dienst auf dem REX 51, der um 8.36 Uhr vom St. Pöltner Hauptbahnhof zum Wiener Westbahnhof fuhr. Wegen der Sommerferien waren an diesem Tag nur wenige Fahrgäste unterwegs.
Maßnahmen von Politik und Bahn
Im Februar wurde gemeinsam von Verkehrsministerium, Eisenbahnunternehmen und der Gewerkschaft vida ein Zehn-Punkte-Plan erarbeitet, der unter anderem mehr Zugpersonal vorsieht. Horst Pammer, niederösterreichischer Landesvorsitzender der Gewerkschaft vida, fordert zusätzlich eine eigene Bahnpolizei sowie eine vorgeschriebene Zahl an Zugbegleitern ab einer bestimmten Sitzplatzkapazität.
ÖBB-Sprecher Klaus Baumgartner verwies auf bereits bestehende Maßnahmen des Unternehmens. Dazu zählen ein engmaschiges Monitoring, verstärkter Einsatz von Security-Personal auf manchen Strecken sowie die Ausstattung von Mitarbeitern mit Bodycams auf ausgewählten Strecken.








