Beim Bau des Feldkircher Stadttunnels ist trotz zwischenzeitlicher Baustopps ein Teil des entstandenen zeitlichen Rückstands wieder aufgeholt worden. Das bestätigte Projektleiter Bernhard Braza gegenüber dem ORF Vorarlberg bei einem Lokalaugenschein auf der Baustelle. Im Herbst 2026 sollen die Arbeiten am unterirdischen Kreisverkehr beginnen, der als zentrales Element des Tunnelsystems geplant ist.
Aktueller Stand der Bauarbeiten
Die Arbeiten am Stadttunnel waren durch Baustopps verzögert worden. Ein von der UVP-Behörde verhängter Baustopp hat sich nachträglich als gesetzwidrig erwiesen, bisherige Einsprüche gegen das Projekt sind vor Gericht gescheitert. Trotz dieser Verzögerungen konnte laut Braza ein Teil des Zeitverlustes wieder aufgeholt werden.
Ab September 2026 soll der Tunnelast Felsenau fertig ausgebrochen sein. Im Anschluss, ab Oktober oder November 2026, wird der Bereich für den geplanten unterirdischen Kreisverkehr aufgeweitet. Parallel dazu wird auf dem Feldkircher Stadtschrofen eine Kaverne für einen Lüftungsschacht ausgebrochen, in der auch die Löschwasserversorgung untergebracht werden soll.
Der Vortrieb für die einzelnen Stollen erfolgt über das Portal Frastanz. Das dabei anfallende Abbruchmaterial wird rückwärts aus den Seitenästen abtransportiert, anschließend zerkleinert und per Förderband über die Landesstraße und die Ill befördert, bevor es per Bahn weitertransportiert wird. Bauleiter Simon Lenz beschreibt die aktuell angetroffene Gesteinsqualität als sehr gut.
Beim Teilprojekt Erkundungsstollen Tisis wurde laut Braza günstiger abgerechnet als ursprünglich veranschlagt. Ab Oktober 2026 soll zudem das Portal für den Tunnelast Tisis vorbereitet werden.
Für den Tunnelast Tosters steht dagegen noch eine Änderung des UVP-Bescheides aus. Ursprünglich war geplant, von Tosters aus zunächst einen Fluchtstollen zu errichten und das Abbruchmaterial mit Lkw über die Stadt abzutransportieren. Nun soll die Vortriebsrichtung geändert werden, sodass das Gestein stattdessen im Tunnel nach Frastanz gebracht wird.
Der UVP-Bescheid sieht vor, dass der Tunnel bis 2030 vollendet sein muss. Er enthält mehr als 400 Auflagen. Die Gesamtkosten für das Projekt sollen laut Braza zwischen 367 und 385 Millionen Euro liegen. Darin enthalten sind Baukosten, Grundablösen, Planungen, Gutachten und Verfahren. ÖVP und FPÖ haben stets betont, am Projekt festhalten zu wollen.
Erwartungen an die künftige Verkehrsführung
Der Stadttunnel soll ab 2030 die Wege zwischen der Feldkircher Innenstadt und der Autobahn verkürzen. Die Ortsteile Tisis und Tosters sollen durch die neue unterirdische Streckenführung vom Durchzugsverkehr entlastet werden. Befürworter des Projekts erwarten sich dadurch eine Verbesserung der Verkehrssituation auf der Liechtensteiner Straße sowie an der Bärenkreuzung, zwei Punkten, die im bestehenden Straßennetz als besonders belastet gelten.
Gegner des Projekts befürchten hingegen, dass der Tunnel zusätzlichen Schwerverkehr anziehen könnte, statt bestehende Belastungen zu verringern. Diese gegensätzlichen Einschätzungen prägen die öffentliche Diskussion um das Vorhaben seit Beginn der Planungen.
Grundsätzlich sind Projekte dieser Größenordnung in der Regel mit umfangreichen Umweltverträglichkeitsprüfungen verbunden, in deren Rahmen Auflagen zum Schutz von Anrainern, Natur und bestehender Infrastruktur festgelegt werden. Solche Bescheide können nachträglich angepasst werden, etwa wenn sich technische Details der Bauausführung ändern, wie es beim Tunnelast Tosters vorgesehen ist. Bauzeit und Kosten unterliegen bei Tunnelprojekten dieser Dimension zudem regelmäßig Anpassungen, da geologische Gegebenheiten, wie die von Bauleiter Lenz beschriebene Gesteinsqualität, den Bauablauf maßgeblich beeinflussen können. Der Materialtransport über Förderbänder und Schienenverkehr, wie er beim Feldkircher Stadttunnel zum Einsatz kommt, zählt bei innerstädtischen Tunnelbauten zu den gängigen Methoden, um die Belastung durch Lkw-Verkehr auf umliegenden Straßen möglichst gering zu halten.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.






