Die Gemeinde Fußach hat die Neugestaltung ihres Ortskerns auf den Weg gebracht. Die Gemeindevertretung stimmte am Mittwoch einem Kostenrahmen von 27,5 Millionen Euro für die Zentrumsentwicklung zu. Bis 2031 sollen ein neuer Gemeinschaftssaal, ein umgestaltetes Gemeindeamt sowie der Freiraum dazwischen entstehen. Das Land Vorarlberg fördert rund zwanzig Prozent der Kosten.
Beschluss für neues Ortszentrum
Die Gemeinde teilte den Beschluss der Gemeindevertretung mit. Demnach entsteht der neue Gemeinschaftssaal am bestehenden Standort, während das Gemeindeamt auf dem sogenannten Krone-Areal neu gestaltet wird. Der künftige Dorfplatz wird von der Kirche, dem Gemeinschaftssaal, dem Gemeindeamt und dem Burghügel umrahmt.
Für die Neubauten müssen zwei ältere Gebäude weichen: die bestehende Mehrzweckhalle aus dem Jahr 1971 sowie das rund 60 Jahre alte Gemeindeamt. Alle Neubauten entstehen auf bereits versiegelten Flächen. Das neue Gemeindeamt auf dem Krone-Areal soll aus sanierten Gebäuden und einem Neubau bestehen, wobei die Alte Stickerei modernisiert wird.
Der neue Gemeinschaftssaal ist für Schule, Sport und Kultur vorgesehen. Die Volksschule kann ihn vormittags für den Schulsport nutzen, Sport- und Kulturvereine erhalten nachmittags und abends Zugang. Das konkrete Nutzungskonzept für Gemeinschaftssaal und Gemeindeamt soll im Rahmen eines Architekturwettbewerbs weiter ausgearbeitet werden.
Bürgermeister Fitz sagte laut Aussendung, die langfristige Gemeindeentwicklung stehe im Vordergrund. Er erklärte, es würden schöne Räumlichkeiten für besondere Anlässe wie standesamtliche Hochzeiten geschaffen. Wichtig sei zudem gewesen, eine Infrastruktur zu schaffen, die den Bedürfnissen der Vereine bestmöglich entspricht. Wenn alles nach Plan läuft, soll 2028 mit den Baumaßnahmen begonnen werden, mit einer Fertigstellung ist 2031 zu rechnen.
Förderung und Finanzierung kommunaler Großprojekte
Vorhaben in dieser Größenordnung stemmen Gemeinden in der Regel nicht allein. Üblicherweise beteiligt sich das Land an solchen Zentrumsentwicklungen mit Förderanteilen, wie es auch bei diesem Projekt mit rund zwanzig Prozent der Fall ist. Der übrige Betrag muss von der Gemeinde selbst getragen werden, häufig über mehrere Jahre verteilt und in Abstimmung mit dem laufenden Gemeindehaushalt. Bei größeren Bauvorhaben ist zudem eine Zustimmung der Gemeindevertretung erforderlich, wie sie in Fußach nun erfolgt ist.
Grundsätzlich dienen Architekturwettbewerbe bei öffentlichen Bauprojekten dazu, unterschiedliche Gestaltungs- und Nutzungskonzepte vergleichbar zu machen, bevor eine endgültige Planung festgelegt wird. Damit lässt sich unter anderem klären, wie unterschiedliche Nutzergruppen – etwa Schulen, Vereine und Verwaltung – ein Gebäude sinnvoll gemeinsam nutzen können. Gerade bei Mehrzweckbauten, die sowohl für Schulsport als auch für Vereinsaktivitäten und kulturelle Veranstaltungen vorgesehen sind, spielt eine flexible Raumaufteilung eine wichtige Rolle.
Auch der Umgang mit bestehender Bausubstanz ist bei kommunalen Ortskernentwicklungen ein wiederkehrendes Thema. Die Nutzung bereits versiegelter Flächen für Neubauten gilt allgemein als eine Möglichkeit, zusätzlichen Flächenverbrauch zu vermeiden. Historische oder ortsbildprägende Gebäude werden dabei häufig nicht abgerissen, sondern saniert und einer neuen Nutzung zugeführt, wie es im Fall der Alten Stickerei vorgesehen ist. Auf diese Weise sollen bestehende Strukturen erhalten bleiben, während gleichzeitig neue Infrastruktur entsteht, die den heutigen Anforderungen an Verwaltungs-, Sport- und Kulturräume entspricht.








