Im Föhrenwald in St. Egyden am Steinfeld im Bezirk Neunkirchen brennt es. Die Feuerwehr hat einen Großeinsatz gestartet und die höchste Alarmstufe B4 ausgegeben. Eine Siedlung nahe dem Waldgebiet wurde evakuiert, betroffen sind Bewohner in einem Teil der Katastralgemeinde Neusiedl. Mehrere Häuser in der Bahnstraße werden geräumt, ein Gasthaus musste schließen.
Über 30 Feuerwehren im Einsatz gegen die Flammen
Zur Bekämpfung des Feuers rückten mehr als 30 Feuerwehren aus. Neben den Bodenkräften stehen Hubschrauber, der Flugdienst sowie der Sonderdienst Waldbrand im Einsatz. Das Rote Kreuz ist mit vier Rettungswagen, einem Kriseninterventionsteam und zwei Bezirkseinsatzleitern vor Ort. Für die evakuierten Bewohner wird eine Notunterkunft eingerichtet.
Bezirksfeuerwehrkommandant Mario Lukas leitet die Einsatzmaßnahmen in der Region. Bürgermeisterin Christa Tisch von der Liste Gemeinsam für St. Egyden ist ebenfalls mit dem Geschehen befasst. Sonja Kellner, Pressesprecherin des Roten Kreuzes, informiert über die Maßnahmen des Rettungsdienstes vor Ort.
Zweiter Waldbrand binnen weniger Tage im Föhrenwald
Bereits in der vergangenen Woche hatte die Feuerwehr im Föhrenwald gegen einen Brand gekämpft. Die Löscharbeiten zogen sich über fünf Tage hin, ehe am Sonntagabend, dem 10. August 2026, „Brand aus“ gegeben werden konnte. Dieser vorangegangene Brand hatte eine Fläche von rund 100 Hektar erfasst. Als Auslöser wurden Munitionsteile festgestellt.
Waldbrandbekämpfung unter erschwerten Bedingungen
Grundsätzlich stellen Waldbrände die Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen. Anders als bei Gebäudebränden lässt sich ein Brandherd im Wald oft nur schwer eingrenzen, da sich Flammen über Bodenvegetation, Totholz und Baumkronen rasch ausbreiten können. Wechselnde Windverhältnisse erschweren dabei die Lagebeurteilung zusätzlich, da sich die Ausbreitungsrichtung des Feuers innerhalb kurzer Zeit ändern kann.
Aus diesem Grund kommen bei größeren Waldbränden neben Löschfahrzeugen am Boden regelmäßig auch Hubschrauber zum Einsatz, die Wasser aus der Luft abwerfen und zugleich zur Lageerkundung genutzt werden. Der Sonderdienst Waldbrand, wie er auch in Niederösterreich existiert, bündelt dafür spezialisierte Ausrüstung und geschultes Personal, das gezielt bei Vegetationsbränden unterstützt.
Die Alarmstufe B4 zählt zu den höchsten Alarmierungsstufen im niederösterreichischen Feuerwehrwesen und wird bei Einsätzen ausgegeben, die eine besonders große Anzahl an Kräften und Fahrzeugen erfordern. Eine Evakuierung von Siedlungsgebieten wird üblicherweise dann angeordnet, wenn Rauchentwicklung, Hitze oder eine mögliche Ausbreitung des Feuers eine unmittelbare Gefährdung für Anrainer darstellen könnten. Für die betroffene Bevölkerung richten Einsatzorganisationen in solchen Fällen häufig Notunterkünfte ein, in denen auch eine erste Betreuung durch Kriseninterventionsteams erfolgen kann.






