In einer Wohnhausanlage in Kematen a. d. Ybbs im Bezirk Amstetten ist am Donnerstag ein Brand ausgebrochen. Die Feuerwehr wurde kurz vor 14.00 Uhr alarmiert, als die Flammen bereits aus dem Dach des Gebäudes schlugen. Das Feuer breitete sich rasch auf die gesamte Anlage aus.
Insgesamt mussten 24 Wohnungen evakuiert werden, 60 Personen wurden in Sicherheit gebracht. Eine Person erlitt leichte Verletzungen und wurde ins Spital gebracht.
Großeinsatz von Feuerwehr und Rotem Kreuz in Kematen a. d. Ybbs
Die Feuerwehr bekämpfte die Flammen mit Hubrettungsfahrzeugen und mehreren Atemschutztrupps. Insgesamt standen 120 Einsatzkräfte von sieben Feuerwehren im Einsatz, um den Brand unter Kontrolle zu bringen und die Ausbreitung auf die gesamte Wohnhausanlage einzudämmen.
40 Bewohnerinnen und Bewohner wurden am Nachmittag zunächst in der nahe gelegenen Rot-Kreuz-Dienststelle untergebracht. Anschließend wurden sie in die Festhalle in Kematen übersiedelt. Für die Betreuung der Betroffenen war ein Kriseninterventionsteam im Einsatz, zudem waren 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Roten Kreuzes vor Ort tätig.
Vonseiten der Gemeinde wurden Ersatzquartiere für die betroffenen Personen organisiert. Die Brandursache wird nach Einsatzende von der Polizei ermittelt.
Wie Einsatzkräfte bei Bränden in Mehrparteienhäusern vorgehen
Brände in größeren Wohnhausanlagen stellen Einsatzkräfte grundsätzlich vor besondere Herausforderungen, da mehrere Parteien gleichzeitig betroffen sein können und die Rettung von Menschen aus verschiedenen Stockwerken parallel organisiert werden muss. Üblicherweise steht bei solchen Einsätzen zunächst die Menschenrettung im Vordergrund, bevor die eigentliche Brandbekämpfung mit voller Kraft fortgesetzt wird. Hubrettungsfahrzeuge, auch als Drehleitern bekannt, kommen dabei häufig zum Einsatz, um Personen aus oberen Etagen zu bergen oder um von außen Löschwasser auf das Feuer zu bringen, insbesondere wenn Dachstühle betroffen sind.
Atemschutztrupps sind bei Wohnhausbränden in der Regel unverzichtbar, da starke Rauchentwicklung ein Vordringen ins Gebäudeinnere ohne entsprechende Schutzausrüstung unmöglich macht. Die Anzahl der eingesetzten Trupps richtet sich meist nach der Größe des betroffenen Objekts und der Anzahl der zu kontrollierenden Wohnungen. Bei Einsätzen, die mehrere Feuerwehren aus der Umgebung erfordern, spricht man von einem sogenannten Großeinsatz, bei dem eine übergeordnete Einsatzleitung die Koordination der beteiligten Organisationen übernimmt.
Nach einer Evakuierung müssen betroffene Bewohnerinnen und Bewohner häufig vorübergehend untergebracht werden, bis ihre Wohnungen wieder sicher zugänglich sind oder alternative Lösungen gefunden wurden. Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz übernehmen dabei in der Regel die Versorgung mit Verpflegung, Betreuung und gegebenenfalls auch psychologischer Unterstützung. Kriseninterventionsteams kommen typischerweise zum Einsatz, wenn Menschen durch ein belastendes Ereignis wie einen Wohnungsverlust oder eine plötzliche Evakuierung emotional stark beansprucht sind. Gemeinden übernehmen bei solchen Vorfällen oft die Organisation von Ersatzquartieren, etwa in öffentlichen Gebäuden wie Turn- oder Festhallen, die kurzfristig als Notunterkünfte genutzt werden können.
Ermittlung der Brandursache durch die Polizei
Nach Bränden in Wohngebäuden ist es üblich, dass die Polizei im Anschluss an den Löscheinsatz die Ursache des Feuers untersucht. Dabei werden in der Regel Brandermittler herangezogen, die den Schadensort begutachten und mögliche Ausgangspunkte sowie Ursachen des Feuers analysieren. Solche Untersuchungen können je nach Ausmaß des Schadens und der Komplexität des Falls unterschiedlich lange dauern. Ziel ist es, festzustellen, ob es sich etwa um einen technischen Defekt, einen Unfall oder eine andere Ursache handelt. Bis zum Abschluss solcher Ermittlungen werden in der Regel keine abschließenden Aussagen zur Brandursache getroffen.






