Am Sonntagabend ist in einem Wirtschaftsgebäude in Ritzendorf bei St. Donat ein Feuer ausgebrochen. Der Brand wurde kurz nach 20.00 Uhr gemeldet, nachdem mehrere Fahrzeuglenker auf der Klagenfurter Straße (S37) sowie Nachbarn darauf aufmerksam geworden waren und die Feuerwehr verständigten. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte stand das Gebäude bereits in Vollbrand.
Großalarm und Rettung von 110 Rindern
Die Landesalarm- und Warnzentrale löste Großalarm für die umliegenden Feuerwehren aus. Insgesamt waren fünf Feuerwehren mit 110 Feuerwehrleuten im Einsatz: St. Veit an der Glan, St. Donat, Hörzendorf-Projern, St. Michael am Zollfeld und Maria Saal.
Die Flammen drohten auf das Wohnhaus sowie auf ein zweites Stallgebäude überzugreifen, in dem sich 110 Rinder befanden. Die Tiere konnten unverletzt aus dem Stall gebracht werden. Ein Übergreifen des Feuers auf das Wohnhaus und den zweiten Stall wurde verhindert.
Da die Glan wegen der anhaltenden Trockenheit derzeit Niedrigwasser führt, kamen bei den Löscharbeiten Tankanhänger mit insgesamt 14.000 Litern Wasserinhalt zum Einsatz. Mit deren Hilfe gelang es, das Feuer einzudämmen. Nach etwa zwei Stunden war der Brand unter Kontrolle, die Nachlöscharbeiten zogen sich jedoch bis in die frühen Morgenstunden hin. Gegen 4.30 Uhr konnte der Einsatz schließlich beendet werden.
Bei dem Einsatz wurden zwei Personen leicht verletzt. Eine Person wurde mit dem Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht, ein Feuerwehrmann zog sich eine Schnittwunde zu und wurde vom Roten Kreuz behandelt. Neben den Feuerwehren waren 19 Fahrzeuge im Einsatz. Die Polizei war mit drei Streifen und sechs Beamten vor Ort, das Rote Kreuz mit zwei Fahrzeugen und fünf Personen.
Löschwasserversorgung bei Trockenheit
Bei Bränden im ländlichen Raum stellt die Wasserversorgung grundsätzlich eine besondere Herausforderung dar, wenn kein ausreichend leistungsfähiges Hydrantennetz vorhanden ist. In solchen Fällen greifen Feuerwehren häufig auf Tankwagen zurück, die Wasser von benachbarten Wasserentnahmestellen oder aus stehenden Vorräten heranschaffen und im Pendelverkehr zur Einsatzstelle bringen. Diese Methode wird besonders dann wichtig, wenn nahegelegene Fließgewässer wie im aktuellen Fall die Glan aufgrund von Trockenperioden nur wenig Wasser führen und nicht ohne Weiteres zur Löschwasserentnahme genutzt werden können.
Landwirtschaftliche Anwesen mit angrenzenden Stallgebäuden bergen bei einem Brand zusätzliche Risiken, da neben Gebäuden und Einrichtung häufig auch Nutztiere in Gefahr geraten. Die Rettung von Tieren aus brennenden oder gefährdeten Stallungen gehört zu den anspruchsvolleren Aufgaben im Feuerwehreinsatz, da Rinder und andere Nutztiere in Stresssituationen unberechenbar reagieren können und ein geordnetes Vorgehen erfordern. Die enge Bauweise vieler Hofstellen, bei denen Wohnhaus und Wirtschaftsgebäude nah beieinanderstehen, erhöht zudem die Gefahr, dass sich ein Feuer rasch auf weitere Gebäudeteile ausbreitet.
Die Alarmierung mehrerer Feuerwehren über eine Landesalarm- und Warnzentrale ist bei größeren Schadenslagen üblich, um ausreichend Personal, Fahrzeuge und Löschwasserkapazitäten frühzeitig zu bündeln. Auch der Einsatz von Rettungsdienst und Polizei bei größeren Brandereignissen folgt festgelegten Abläufen, die eine medizinische Versorgung Betroffener sowie die Absicherung der Einsatzstelle sicherstellen sollen.








