Güterzugunfall in Fürnitz: Sanierung läuft, Zivilverfahren anhängig
Nach dem Zusammenstoß zweier Güterzüge in Fürnitz im Jänner 2023 laufen die Aufräum- und Sanierungsarbeiten weiter. Rund 80.000 Liter Kerosin waren damals ins Erdreich geflossen und auf einem unterirdischen Grundwassersee aufgeschwommen. Die Sanierung wird nach Angaben der ÖBB noch Jahre in Anspruch nehmen.
Seit Ende des vergangenen Jahres ist eine komplexe Reinigungsanlage in Betrieb, die das Kerosin aus dem Boden filtert. ÖBB-Sprecherin Rosanna Zernatto-Peschel zufolge sind bereits rund 62 Prozent der ausgetretenen Menge entfernt worden. Das Monitoring habe zudem bestätigt, dass sich die Verunreinigung nicht weiter ausgebreitet hat. Die vollständige Sanierung der Unfallstelle könnte bis zu zehn Jahre dauern.
Strafverfahren abgeschlossen, Zivilklage offen
Das Strafverfahren gegen den 37-jährigen Lokführer, der ein Haltesignal überfahren hatte, endete im Vorjahr mit einer Diversion und einer Geldbuße. Der Lokführer hatte Verantwortung für das überfahrene Signal übernommen. Wegen eines defekten Zugsicherungssystems hatte er den Zug nicht mehr rechtzeitig zum Stehen bringen können. Der Zusammenstoß hatte keine Schwerverletzten gefordert.
Parallel dazu haben die ÖBB ein Zivilverfahren gegen den Arbeitgeber des Lokführers, ein privates deutsches Eisenbahnunternehmen, angestrengt. Im Verfahren geht es vorerst um eine Schadenshöhe von zwölf Millionen Euro, die die ÖBB als vorläufige Summe bezeichnen, da die Endabrechnung für die Dekontamination noch aussteht. Allein bei der Infrastruktur rechnen die ÖBB mit einem Schaden von rund 17 Millionen Euro. Im Spätsommer oder Herbst wird ein weiterer Verhandlungstermin erwartet, bei dem ein Sachverständigengutachten vorgelegt werden soll. Die endgültige Schadenshöhe und die Frage der Kostentragung sind Gegenstand des laufenden Verfahrens.








