Die Haslachgalerie auf der Kalser Straße in Osttirol ist am Freitag offiziell eröffnet worden. Das 200 Meter lange Schutzbauwerk war bereits vor der vergangenen Wintersaison für den Verkehr freigegeben worden. In den vergangenen Monaten wurden die abschließenden Arbeiten fertiggestellt, die vom Radweg bis zur finalen Asphaltierung reichten.
Schutzbauwerk gegen Lawinen im Blasiskagraben
Die Galerie schützt die Landesstraße unmittelbar vor Lawineneinwirkungen im Bereich des Blasiskagrabens. Hintergrund für den Bau war der Verlust der Schutzwirkung des Waldes, der die Lawinengefährdung in diesem Abschnitt erhöht hatte. Dieser Waldverlust steht im Zusammenhang mit dem Sturmtief Vaia, das sich im Jahr 2018 ereignet hatte. Ergänzt wird das Schutzbauwerk durch Lawinenleitdämme, die nördlich und südlich der Galerie errichtet wurden.
Die wesentlichen Arbeiten an der Galerie konnten innerhalb einer einzigen Bausaison abgeschlossen werden. Dadurch war es möglich, die Straße noch im Jahr 2025 für den Verkehr freizugeben. Die Arbeiten im Frühjahr und Sommer 2026 konzentrierten sich anschließend vor allem auf Bereiche außerhalb des eigentlichen Schutzbauwerks. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Herstellung des neuen Radwegs im Bereich der bisherigen Straßentrasse. Im gesamten Baulos wurde zudem die abschließende Asphaltschicht aufgebracht.
An der offiziellen Eröffnung nahmen die Bürgermeisterin von Kals, Erika Rogl, sowie Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler von der ÖVP teil.
Lawinenschutz an Bergstraßen im Alpenraum
Galerien wie jene bei Kals gehören zu den gängigen Bauformen, mit denen Verkehrswege in alpinen Regionen vor Naturgefahren gesichert werden. Grundsätzlich handelt es sich dabei um überdachte Streckenabschnitte, die Fahrzeuge und Fahrbahn vor Lawinen, Steinschlag oder Muren abschirmen, ohne den Verkehr durch die Gefahrenzone zu unterbrechen. Solche Bauwerke werden meist dort errichtet, wo eine dauerhafte Verlegung der Trasse nicht möglich oder wirtschaftlich nicht sinnvoll ist.
Die Standortwahl orientiert sich üblicherweise an der genauen Analyse von Lawinenbahnen und Ablagerungsbereichen. Ergänzend kommen häufig Leitdämme zum Einsatz, die Schneemassen gezielt ableiten und so die Wirkung des eigentlichen Schutzbauwerks verstärken. Die Kombination aus baulichen Maßnahmen und vorhandenem Schutzwald bildet in vielen Regionen die Grundlage der Lawinensicherung. Geht die Schutzfunktion des Waldes durch Windwurfereignisse verloren, wie sie etwa bei schweren Sturmtiefs auftreten können, steigt die Gefährdung in den betroffenen Hangbereichen häufig deutlich an. In solchen Fällen prüfen die zuständigen Stellen in der Regel, ob zusätzliche technische Schutzmaßnahmen erforderlich werden.
Der Bau derartiger Galerien erfolgt üblicherweise in engem zeitlichen Rahmen, um die Beeinträchtigung des Verkehrs möglichst gering zu halten. Häufig wird angestrebt, zentrale Bauabschnitte noch vor Beginn der Wintersaison abzuschließen, da in dieser Zeit die eigentliche Schutzfunktion besonders relevant ist. Begleitende Arbeiten wie die Anlage von Radwegen oder die endgültige Asphaltierung angrenzender Streckenteile werden dabei oft in nachfolgenden Bauabschnitten realisiert.







