Von der historischen Linzer Eisenbahnbrücke sind grüne Stahlteile eines Brückenbogens verschwunden, die über Jahre auf einem Lagerplatz der Linz AG aufbewahrt worden waren. Die Linz AG wollte auf Anfrage des ORF OÖ nicht mitteilen, was aus den Teilen geworden ist. Nach Angaben von Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ) wurden im Sommer drei Teile der ehemaligen Brücke an die HTL Paul-Hahn-Straße übergeben.
Verschwundene Bogenteile und offene Fragen zum Verbleib
Die alte Linzer Eisenbahnbrücke war 2016 abgerissen worden. Bereits ein Jahr zuvor hatte die Linz AG einen Architekturwettbewerb ausgeschrieben, mit dem Ideen für den Erhalt und eine neue Nutzung einzelner Brückenteile gesucht wurden. Durchgesetzt hatte sich dabei das Projekt „Floating Garden“, das eine schwimmende Plattform auf der Donau mit einem integrierten Brückenbogen vorsah. Umgesetzt wurde dieses Projekt jedoch nicht.
In der Folge blieb ein Teil der ehemaligen Brückenkonstruktion über Jahre auf einem Lagerplatz der Linz AG. Dazu zählten auch grüne Stahlteile eines Bogens. Diese Teile sind inzwischen vom Lagerplatz verschwunden. Die Linz AG äußerte sich auf Nachfrage des ORF OÖ nicht dazu, was mit ihnen geschehen ist.
Der LinzPlus-Gemeinderat Lorenz Potocnik hatte sich bereits zum Zeitpunkt des Abrisses gegen das damalige Bauvorhaben ausgesprochen. Er forderte, die historischen Brückenteile weiterzuverwenden, anstatt sie verschwinden zu lassen.
Bürgermeister Dietmar Prammer erklärte, dass drei Teile der ehemaligen Eisenbahnbrücke im Sommer an die HTL Paul-Hahn-Straße übergeben worden seien. Die Brückenteile insgesamt bringen es auf eine Gesamtmasse von mehr als 700 Tonnen.
Umgang mit historischer Infrastruktur nach dem Rückbau
Beim Abriss großer Infrastrukturbauten wie Brücken stellt sich grundsätzlich die Frage, was mit den einzelnen Bauteilen geschieht. Stahlkonstruktionen können in solchen Fällen entweder eingeschmolzen, weiterverwertet oder für eine museale beziehungsweise künstlerische Nutzung aufbewahrt werden. Architekturwettbewerbe, wie sie auch im Fall der Linzer Eisenbahnbrücke ausgeschrieben wurden, dienen üblicherweise dazu, Konzepte für eine sinnvolle Nachnutzung historisch oder stadtbildprägender Bauwerke zu entwickeln.
Wird ein solches Wettbewerbsprojekt letztlich nicht realisiert, bleiben die ursprünglich für die Umsetzung vorgesehenen Bauteile häufig ungenutzt bei den zuständigen Betreiberunternehmen oder Kommunen gelagert. Die Lagerung großer Metallkonstruktionen über mehrere Jahre hinweg ist mit entsprechendem Platzbedarf und Aufwand verbunden, weshalb in der Praxis immer wieder über eine spätere Verwendung, Übergabe an Institutionen oder eine endgültige Entsorgung entschieden wird. Technische Lehranstalten wie berufsbildende höhere Schulen erhalten in Einzelfällen Bauteile aus solchen Rückbauprojekten, etwa zu Ausbildungs- oder Anschauungszwecken.
Für den Verbleib von Bauteilen aus öffentlicher oder kommunaler Infrastruktur gelten grundsätzlich unternehmensinterne Regelungen der jeweiligen Betreiber. Diese entscheiden in der Regel eigenständig darüber, ob und in welcher Form Auskunft über den Verbleib einzelner Materialien gegeben wird.







