Imst benennt Hermann-Gmeiner-Straße nach Missbrauchsvorwürfen um
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Imst benennt Hermann-Gmeiner-Straße um

Der Gemeinderat der Stadt Imst hat die Umbenennung der Hermann-Gmeiner-Straße beschlossen. Der Straßenzug trägt künftig den Namen „Am Sonnberg“. Der Beschluss fiel mehrheitlich mit einer Gegenstimme.

Hermann Gmeiner war Gründer der SOS-Kinderdörfer. Ein von Irmgard Griss geleiteter Reformkommission erstellter Abschlussbericht führt im Zusammenhang mit seiner Person 16 Verdachtsfälle von sexuellem beziehungsweise schwerem sexuellem Missbrauch an. Acht Personen seien laut Stadt bereits entschädigt worden.

Beteiligungsprozess und bewusster Verzicht auf Personennamen

Der Umbenennung ging ein Beteiligungsprozess voraus, in dem betroffene Anrainerinnen und Anrainer aktiv in die Namensfindung eingebunden wurden. Am 20. Mai hatte die Stadtgemeinde im Stadtsaal bei einer Gemeindeversammlung über das Prozedere informiert. Bürgermeister Stefan Weirather erklärte, man habe bewusst auf Personennamen verzichtet.

Bereits am 16. Dezember hatte der Gemeinderat einstimmig die Umbenennung der Hermann-Gmeiner-Schule in „Volksschule Sonnberg“ beschlossen. Auch der städtische Kindergarten wurde umbenannt und heißt nun „Integrationskindergarten Am Weinberg“. Die Stadt Imst verweist darauf, dass es im öffentlichen Raum keine offiziellen Hinweise mehr auf Hermann Gmeiner gibt.

Auch Innsbruck benennt Straße um

Ende April hatte zudem der Gemeinderat in Innsbruck die dortige Hermann-Gmeiner-Straße einstimmig umbenannt, bei Enthaltung der KPÖ. Die Straße trägt künftig den Namen Josefine-Sölder-Straße. Josefine Sölder war Lehrerin und langjährige Generalsekretärin der katholischen Frauenbewegung.