Jäger bringen jede Woche 1.500 Liter Wasser in den Wald – Wildtiere leiden unter anhaltender Trockenheit

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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In Raglitz im Bezirk Neunkirchen bringen Jäger derzeit wöchentlich rund 1.500 Liter Wasser in den Wald, um Tränken für Wildtiere zu befüllen. Jagdleiter Franz Fidler erklärte, das Revier verfüge über keine Bäche und Tümpel, aus denen sich die Tiere selbst versorgen könnten. Insgesamt werden etwa 25 Tränken und flache Wasserstellen für Niederwild wie Hasen oder Fasane betreut.

Wassertransport für ein Revier ohne natürliche Quellen

Weil in Raglitz keine natürlichen Wasserstellen vorhanden sind, organisieren die Jäger den Nachschub selbst. Wöchentlich transportieren sie die genannte Menge von rund 1.500 Litern in den Wald, um die Tränken aufzufüllen. Damit sollen sowohl größere Wildtiere als auch kleinere Arten wie Hasen und Fasane versorgt werden, für die eigene flache Wasserstellen eingerichtet wurden.

Wildökologe Kian Lanzenstiel vom Landesjagdverband erklärte, dass die anhaltende Trockenheit gleich zwei Effekte auslöst: Zum einen stehen den Tieren weniger Energiequellen zur Verfügung, zum anderen steigt gleichzeitig ihr Energiebedarf. Diese Kombination erhöht den Druck auf die Wasserversorgung zusätzlich.

Ein erwachsenes Reh benötigt nach Angaben aus dem Revier etwa ein bis zwei Liter Wasser pro Tag. Im Normalfall deckt ein Reh die Hälfte dieses Bedarfs über saftige Blätter ab. Bei einer Rehgeiß, die Kitze versorgen muss, liegt der Wasserbedarf jedoch drei- bis viermal höher als üblich, da die Muttertiere zusätzlichen Flüssigkeitsbedarf für die Aufzucht haben.

Im Zusammenhang mit der aktuellen Trockenheit richten Jäger auch Appelle an die Bevölkerung. Waldbesucher werden gebeten, auf den Wegen zu bleiben und Hunde anzuleinen. An Autofahrer richtet sich der Hinweis, besonders in der Dämmerung vorsichtig und aufmerksam zu fahren.

Wasserhaushalt von Wildtieren in trockenen Sommern

Grundsätzlich decken viele Wildtiere ihren Flüssigkeitsbedarf in ausgewogenen Jahreszeiten überwiegend über die Nahrung. Saftiges Grün, Kräuter und Blätter enthalten einen erheblichen Wasseranteil, sodass zusätzliche Tränken in niederschlagsreichen Perioden oft nicht notwendig sind. Bei anhaltender Trockenheit verändert sich diese Ausgangslage jedoch spürbar: Pflanzen vertrocknen früher, ihr Wassergehalt sinkt, und natürliche Wasserstellen wie kleine Bäche oder Tümpel können zeitweise austrocknen.

In solchen Phasen steigt der Anteil des Wasserbedarfs, den Wildtiere über das Trinken decken müssen. Besonders betroffen sind Muttertiere während der Aufzuchtzeit, da die Versorgung des Nachwuchses zusätzliche Energie- und Flüssigkeitsreserven erfordert. Auch kleinere Arten wie Hasen oder Fasane reagieren empfindlich auf ausbleibenden Niederschlag, weil sie über geringere Körperreserven verfügen als etwa Rehwild.

Jagdreviere reagieren auf solche Bedingungen häufig mit dem Aufstellen oder Befüllen künstlicher Tränken. Diese Maßnahme wird in Gebieten, die ohnehin über keine natürlichen Gewässer verfügen, besonders relevant, da dort in Trockenperioden keine Ausweichmöglichkeiten für die Tiere bestehen. Die Betreuung solcher Wasserstellen bedeutet für die Jägerschaft einen regelmäßigen zeitlichen und logistischen Aufwand, da das Wasser meist in Kanistern oder Behältern an entlegene Stellen im Wald gebracht werden muss.

Trockenheit wirkt sich zudem auf das Bewegungsverhalten von Wildtieren aus. Tiere legen bei Wassermangel häufig weitere Strecken zurück, um geeignete Nahrungs- oder Tränkestellen zu erreichen. Das kann auch dazu führen, dass sich Wild häufiger in der Nähe von Wegen, Feldern oder Straßen aufhält, insbesondere in den Dämmerungsstunden, wenn viele Arten besonders aktiv sind. Verhaltensempfehlungen an Erholungssuchende und Autofahrer stehen in solchen Zeiten regelmäßig im Zusammenhang mit dem Schutz von Wildtieren, die durch die veränderten Bedingungen zusätzlich beansprucht werden.