Jahrhundertprojekt 380-kV-Leitung sorgt in Kärnten für Widerstand – UVP-Verfahren startet 2028
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Informationsveranstaltung zur geplanten 380-kV-Leitung durch Kärnten

Im Villacher Congresscenter fand eine öffentliche Informationsveranstaltung zum Planungsstand der geplanten 380-kV-Hochspannungsleitung statt, die quer durch Kärnten verlaufen soll. Das Projekt soll eine bestehende Lücke in der österreichweiten Ringleitung schließen und wird von der EU als Vorhaben von öffentlichem Interesse eingestuft. Dafür gelten besondere Transparenzvorschriften.

Vor dem Veranstaltungsgebäude wurde ein Transparent aufgestellt, das Unzufriedenheit mit dem Bauvorhaben signalisierte. Bei der öffentlichen Erörterung konnten Fragen zur Notwendigkeit der Leitung, zu Entschädigungen sowie zu möglichen Gesundheitsgefährdungen gestellt werden. Anwohnerin Barbara Edwards aus Köstenberg äußerte Bedenken wegen der bis zu über 90 Meter hohen Masten.

Projektstand und weiteres Vorgehen

APG-Projektleiter Wolfgang Hafner bezeichnete das Vorhaben als Jahrhundertprojekt und verwies auf einen künftig stark steigenden Strombedarf. Kärnten Netz-Projektleiter Gernot Kowatsch erläuterte, dass ohne das APG-Projekt an mehreren Stellen neue Leitungen durch die KELAG errichtet werden müssten. Der Trassenverlauf wurde nach Gesprächen mit Gemeinden auf einer Länge von 40 Kilometern bereits abgeändert. In den Gemeinden Greifenburg und St. Veit werden noch Trassenräume untersucht. Die endgültigen Maststandorte sollen bis zum Herbst feststehen.

UVP-Verfahren ab 2028

Die Einreichung zur Umweltverträglichkeitsprüfung ist für das Frühjahr 2028 geplant. Zuständige Behörde ist das Land Kärnten. Im Verfahren werden 30 Sachverständige hinzugezogen. Adrian Plessin von der Wirtschaftsabteilung des Landes erklärte, dass Nachbarn, betroffene Personen, Umweltorganisationen und Bürgerinitiativen nach der Einreichung Einspruch erheben können. Vor der UVP-Einreichung ist eine formelle Einspruchsmöglichkeit nicht vorgesehen.