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Trotz später Frostnächte im April fällt die Obst- und Weinernte in Kärnten in diesem Jahr besser aus als zunächst befürchtet. Die Familie Köstinger aus dem Lavanttal hat heuer rund 70 Tonnen Äpfel zu verarbeiten, aus denen die hofeigene Presse rund 2.000 Liter Most und Apfelsaft gewinnt. Auch beim Weingut Burg Taggenbrunn in St. Veit fällt die Bilanz positiv aus: Kellermeister Hubert Vittori bescheinigt den Trauben eine hervorragende Qualität.
Schwankende Temperaturen setzen Apfelbäumen zu
Hans Köstinger beschreibt die diesjährige Saison als Herausforderung für seine Apfelbäume. Grund seien vor allem die starken Temperaturschwankungen im Jahresverlauf. Nach den Frostnächten im April mussten die Bäume im Sommer Temperaturen über 30 Grad überstehen, wodurch viele Früchte vorzeitig abgeworfen wurden. Später sorgte zusätzlicher Regen für weitere Belastungen im Anbau.
Nach Angaben von Köstinger reagieren einzelne Apfelsorten sehr unterschiedlich auf diese Bedingungen. Besonders ältere Sorten wie Cox Orange würden unter den veränderten klimatischen Verhältnissen leiden. Auch die Sorte Boskop, die früher zu den spätesten Sorten der Saison zählte, bringt inzwischen kaum noch nennenswerte Erträge. Die Sorte Kronprinz Rudolf komme dagegen vergleichsweise gut mit den schwierigen Bedingungen zurecht. Überraschend robust zeigt sich in diesem Jahr auch die alte Sorte Schmidberger, deren Früchte laut Köstinger in erstaunlich gutem Zustand sind.
Weinlese in Kärnten bereits im Gang
Auch in den Weinbaubetrieben Kärntens ist die Erntezeit angelaufen. Am Weingut Burg Taggenbrunn hat die Weinlese bereits vor zwei Wochen begonnen. Kellermeister Hubert Vittori zieht dabei eine positive Zwischenbilanz und spricht von einer hervorragenden Qualität der geernteten Trauben.
Für die kommende Saison plant das Weingut zudem eine neue Maßnahme zum Schutz vor Frostschäden. In Kooperation mit dem Lakeside Park soll im kommenden Frühjahr ein Drohnenschwarm zum Einsatz kommen, der kalte Luftschichten in den Weinbergen durchwirbeln soll, um Frostnächte künftig besser abzufedern.
Obstbau zwischen Frostrisiko und Hitzeperioden
Grundsätzlich gehören Frostnächte im Frühjahr zu den größten Risiken im Obst- und Weinbau, da Blüten und junge Triebe bei niedrigen Temperaturen besonders empfindlich reagieren. Fällt die Blütezeit mit einer Kälteperiode zusammen, kann dies die spätere Fruchtbildung deutlich beeinträchtigen. Gleichzeitig setzen Betrieben in den vergangenen Jahren zunehmend auch sommerliche Hitzephasen zu, in denen Bäume und Reben unter hohen Temperaturen und Wassermangel leiden.
Um Frostschäden zu begrenzen, setzen landwirtschaftliche Betriebe üblicherweise auf verschiedene Verfahren. Dazu zählen etwa die Frostberegnung, bei der eine Eisschicht die Pflanzen vor noch tieferen Temperaturen schützt, oder der Einsatz von Windmaschinen und Heizkörben, die kalte Luftschichten am Boden auflösen sollen. Der Einsatz von Drohnenschwärmen zur Durchmischung der Luft stellt eine vergleichsweise neue technische Möglichkeit dar, die derzeit in einzelnen Betrieben erprobt wird.
Auch bei den Apfelsorten zeigt sich, dass ältere und neuere Züchtungen unterschiedlich auf veränderte Witterungsbedingungen reagieren. Traditionelle Sorten sind häufig an bestimmte, über Jahrzehnte stabile klimatische Verhältnisse angepasst. Verändern sich Temperaturverläufe und Niederschlagsmuster, können sich Erträge und Robustheit einzelner Sorten deutlich verschieben, während andere, teils ebenfalls alte Sorten, überraschend widerstandsfähig bleiben.
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